vonChristian Ihle 15.08.2012

Monarchie & Alltag

Neue Bands und wichtige Filme: „As long as the music’s loud enough, we won’t hear the world falling apart“.

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Zur Feier von „500 Folgen Schmähkritik“ sind wir tief ins Archiv gestiegen und haben die 25 schönsten Verrisse herausgekramt, die wir in den nächsten Wochen nun noch einmal präsentieren wollen.


Nicht nur einmal waren Bonaparte Gast in unserer Schmähkritik-Rubrik, der wütendste Verriss kam aber von Marco Fuchs im Intro-Magazin:

“Do you want to party with Bona-A-Part-Eeeee?” Ein Fanal unserer irrlichternden Zeit, dass sich manche Menschen schon aufgrund eines einzigen Satzes genötigt fühlen, “Musik” zu machen.
So auch Bonaparte, der grotesk grandiose Fehlgriff des honorigen Staatsakt-Labels. Diese Mischung aus Rumpelrock mit Synthie-Geboller haben im Laufe der Geschichte bereits zweihunderttausend Bands zuvor versucht, und sie waren ehrlich gesagt alle besser als das, was einem auf “Too Much” die Zeit stiehlt. Die wenigen catchy Slogans werden in schlimmstem Mittelstufe-Englisch immer und immer wieder repetiert, die musikalische Untermalung dessen ist mit “belanglos” noch harmlos bezeichnet, und natürlich wird der älteste aller Taschenspielertricks aus dem Ärmel geschüttelt: keifend-quietschige Stimmen aus dem Verzerrer.
Denn dies, so weiß der geneigte Vorstadtrebell, simuliert Auflehnung, Protest, Anti. Oder “Ähntie-Ähntie”, wie es bei Bonaparte heißt. Das zu lange in der Sonne stehen gelassene Sahnehäubchen: Die Single “Too Much” ist in ihrer geradezu widerwärtigen Einfältigkeit ein schlecht gerockter Anschein einer guten Idee. Dieses Album ist derart desaströs, dass man es gleich zweimal hintereinander hören muss, um sich zu vergewissern, dass man beim ersten Mal nicht schlecht geträumt hat.” (Marco Fuchs, Intro Magazin)




Bisherige Best-Of-Folgen:
# 25: Dietmar Dath über die Internetbemühungen etablierter Parteien
# 24: Die SZ über Urban Priol
# 23: Harald Martenstein über den Film „Henri 4“
# 22: Sascha Lobo über die Blogwelt
# 21: Eine Filmkritik zu „Transformers 2“
# 20: Patrick Wagner (Louisville Records, Surrogat) über die Musikindustrie
# 19: Der Hollywood-Reporter über den Film „Rage“ von Sally Potter
# 18: Helmut Dietl über Veronica Ferres
# 17: Autor Chuck Klosterman über Lou Reed und Metallica
#16: Roger Willemsen über Heidi Klum

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