07.07.2011 von Achmed Khammas
Wow! Wow!! Das schwedische Original erschien 2006 im (logisch:) Piratförlaget in Stockholm – und schon ein Jahr später kam die deutsche Übersetzung auf den Markt. Zu mir hat Madame Terror des schwedischen Schriftstellers Jan Oscar Sverre Lucien Henri Guillou erst jüngst ihren Weg gefunden – aber wie sehr habe ich sie willkommen geheißen! Mouna al Husseini ist die Chefin des Palästinensischen Geheimdienstes… und so wie dieser in dem vorliegenden Wahnsinnsthriller beschrieben wird, muß sogar der Mossad vor ihm zittern.

Klar – damit ist der Roman völlig ins Fiktive verschoben. Und der Autor eher verschroben. Doch halt! Das Strickmuster ist logisch aufgebaut – und Rußland verkauft (ebenso wie die Bundesrepublik) auch gerne hie und da mal ein U-Boot. Warum also nicht auch an die ziemlich solventen Vertriebenen des ‚Heiligen Landes’, die gezwungenermaßen auf das Meer ausweichen, um ihren Kampf gegen die israelischen Besatzer weiterführen zu können.
Manchen Personenbeschreibung ist vielleicht… weiter lesen
27.06.2011 von Achmed Khammas
Endlich habe ich wieder einmal etwas für euch, denn die letzten 10 oder 15 SF-Romane und Thriller, die ich zwischenzeitlich gelesen habe, waren wirklich heftig und eher etwas für Hardcore-Fans.
Aber wie Andreas Eschbach in seinem Ein König für Deutschland herumfabuliert, das ist eine wahre Lust. Im Kern geht es um Wahlcomputer – und der Autor ziert sich nicht, in seinen spannenden Roman auch Fußnoten mit Links zu den entsprechenden Veröffentlichungen einzubauen, was man sonst kaum kennt. Zum CCC zum Beispiel, der in den vergangenen Jahren mehrfach auf Manipulierbarkeit dieser Computer hingewiesen hat.

Ein ernstes Thema, bei dem man aber auch einiges lernen kann – wie die Protagonisten der Geschichte selbst erfahren müssen. Über Demokratie und Verfassung, mangelhaft gebildete Politiker und clevere Computerexperten. Aber so klingt das alles doch ganz real, oder?! Nun ja – bis zu dem Punkt, an dem eine völlig neu gegründete Partei bei ihrer ersten… weiter lesen
02.06.2011 von Achmed Khammas
Keine Ahnung woher dieses investigative Foto kommt, oder ob es bereits in der hießigen Blogosphäre kursiert – aber nach all dem, was beim Datenscheich schon präsentiert wurde, kann ich nicht umhin es ebenfalls zu zeigen.
Endlich ist das Geheimnis um Osamas Aufenthalt gelüftet!

(Mit Dank an Lina!)
31.05.2011 von Achmed Khammas
Wenn Kunst die reine Technologie überwindet (natürlich indem sie diese nutzt), ist das Ergebnis manchmal spektakulär.
So im Fall dieser gleichzeitig völlig unspektakulären GIFs von Jamie Beck and Kevin Burg, in denen ein winziger Moment der ablaufenden 4. Dimension ZEIT eingefangen ist.
Auf das Foto klicken und … staunen (tu ich jedenfalls):

Quelle und weitere GIFs hier
10.05.2011 von Achmed Khammas
Auch diesmal will ich eine Romanfolge aus zwei Bänden anpreisen: Daemon und Darknet aus der Feder des Spaniers Daniel Suarez, der passenderweise Systemberater und Softwareentwickler ist. Denn um genau solche Dinge geht es in den Büchern, von denen mich der zweite Band noch weit mehr beeindruckt hat als der erste.
Der Daemon, ein selbständiges Programm, das an den ‚Wurm’ aus John Brunners Roman Schockwellenreiter von 1975 erinnert, hat sich im Internet breit gemacht und beginnt einen Feldzug gegen die Vormachtstellung des Global Business. Das von einem inzwischen verstorbenen Spiele-Entwickler geschriebene Programm rekrutiert immer mehr Mitspieler, um über diese direkt in die Wirklichkeit einzugreifen.

Während es im ersten Band primär um den Beginn der Konfrontation geht, und um den Aufbau eines virtuellen Overlays auf der Realität, das mittels spezieller Brillen nur den Mitgliedern des entstehenden alternativen Netzwerks sichtbar ist, präsentiert Suarez im zweiten Teil des überaus spannenden und mitreißenden SF-Thrillers… weiter lesen
07.05.2011 von Achmed Khammas
Da sich derzeit alle Medien damit hervortun, Bilder aus der Vergangenheit von Osama bin Laden auszubuddeln, möchte ich mich hiermit dem allgemeinen Herdentrieb anschließen. Määäh.
Dieses Familienfoto aus bunten Tagen soll in Schweden aufgenommen worden sein (ich hatte es hier schon einmal gepostet):

In der Parallelwelt ist Osama heute Chef einer arabischen Kelly-Family-Version und spielt regelmäßig beim jährliche stattfindenden Mekka-Festival vor tausenden schmachtender Teenies. Ach ja…
19.04.2011 von Achmed Khammas
Sehr merkwürdig, daß mir der vorangegangene Roman von Margaret Atwood Oryx und Crake bislang durch die Lappen gegangen ist. Um so größer die Begeisterung über ihn neues Werk Das Jahr der Flut.
Zwar kommen die mich interessierenden Technologen eher peripher vor, wie Solaranlagen, Solarkocher, Elektrofahrzeuge und ein Druckluft-Pickup. Einmal wird sogar ein SolarTaxi erwähnt – was ist unbedingt Louis Palmers schreiben muß, der mit einem genauso genannten Selbstbau vor einiger Zeit um den Planeten gefahren ist – und einmal auch ein Luftschiff.
Das wesentliche Element des Romans sind jedoch die menschlichen Charaktere sowie bestimmte ‚grüne’ Ideologien – wobei zu den Gottesgärtnern, die auf den Dächern halbverfallener Hochhäuser vegetarische Oasen einrichten, auch Jungbioniere mit grünen Halstüchern gehören. Die Gärtner, die jede Form von Gewalt gegen andere Lebewesen ablehnen, wissen schon lange, daß es früher oder später eine tödliche Seuche geben wird, die ‘wasserlose Flut‘, die so… weiter lesen
13.04.2011 von Achmed Khammas
Strafzettel von den Flics? Keine Vollmaskierung mehr? Und wie kommst du jetzt unerkannt zu deinem Liebhaber?!
Pas de problém!
Die Regenschirm-Lösung von Tamara Barrage heißt sinnigerweise in-cognito:

Quelle: hier
17.03.2011 von Achmed Khammas
HINWEIS: Diesen bislang unveröffentlichten Text habe ich 1986 in Damaskus geschrieben.
Ich hatte einen Traum.
Es war der 27. April 1986 und ich schaute fern.
Der Parteichef der UdSSR hielt eine Rede.
Seltsamerweise erschien sein Gesicht gleichzeitig auf allen Kanälen.
Seine Stimme klang besorgt – doch ich verstand kein Wort.

Plötzlich erschienen Untertitel auf dem Bildschirm.
Ich las…
…mitteilen, daß wir über die Vorgänge tief erschüttert sind. Seit heute morgen wird alles versucht, die Katastrophe in Grenzen zu halten. Jenes Feuer, das wir für den Frieden UND für die Erhaltung des Friedens durch ein ‘atomares Gleichgewicht’ dachten gezähmt zu haben, ist in aller Wildheit über uns hereingebrochen. Die bisherigen Kriege waren dagegen Sandkastenspiele – während wir jetzt versuchen, durch das Abwerfen von Tonnen an Sand und anderen Materialien das atomare Wüten zu dämpfen. Zehntausende unserer Mitbürger sind durch die Strahlung schon betroffen, stündlich werden es mehr. Nur durch den vollen Zusammenhalt unseres Volkes läßt sich noch Schlimmeres verhüten.
Doch allen Menetekeln zum Trotz ist keine Panik ausgebrochen, im Gegenteil! Seitdem wir am heutigen Vormittag den tragischen Unfall bekanntgegeben haben, erreichen uns ununterbrochen Anrufe und Telegramme von Brigaden aus allen Teilen des Landes, die sich für freiwillige Rettungseinsätze melden – wohl wissend, daß ihr Einsatz lebensgefährlich sein kann.
Genossinnen und Genossen! Ihr Menschen überall auf diesem Planeten…
Wo immer ihr auch seid, ihr werdet von dem Unglück in Tschernobyl mitbetroffen sein, über kurz oder lang.
WIR hatten Glück – jawohl! Denn unser zerschmolzener Reaktor liegt nicht fast mitten in Stadtgebieten, wie man es zum Beispiel aus der Bundesrepublik Deutschland kennt. Seit gestern WISSEN wir nämlich, daß nach 30 Kilometern im Umkreis die Strahlung NICHT haltmacht, wie es uns die Wissenschaftler auf ihren Plänen so schön gezeigt hatten. Wir werden riesenhafte Verluste haben, direkte und indirekte.
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02.03.2011 von Achmed Khammas
Ein betörend fremd wirkendes Debüt voller WOW!-Momente ist der vor kurzem auch in Deutsch erschienene SF-Thriller The Windup Girl von Paolo Bacigalupi (von 2010). Der Begriff ‚Aufziehmädchen’ für japanische Geisha-Biokonstrukte erscheint im zwar im Text des Öfteren – für den deutschen Titel wählte Heyne jedoch das zumindest etwas leichter auszusprechende Wort Biokrieg, auch wenn es dem Inhalt des Buches kaum gerecht wird.

Meinen persönlichen Rechercheprioritäten entsprechend habe ich mich über die beschriebene Energieversorgung mittels muskelbetriebenen Spannfeder-Systemen gefreut, die von Menschen oder Tieren aufgeladen werden (s. 14 ff.), es gibt Schwungradspeicher (S. 143), Schüttel-Taschenlampen (S. 43, S.440), Radios mit Kurbelbetrieb (S. 356), Methan-Straßenlampen (S. 46) und irgendwo werden ein Luftschiff (S. 90) wie auch ein Windflügel-Clipper erwähnt (S. 386).
Doch um was geht es in dem mit Hugo und Nebula Award als bester Roman des Jahres ausgezeichneten Zukunftsthriller eigentlich?
In wenigen Worten: Es geht… weiter lesen