Archive for Februar, 2008

27.02.2008 von Helmut Höge
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Hausmeisterkunst (234)

von Helmut Höge

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Dieses Poller-Schachspiel erfand der Hausmeister “Doc” Meinard, die Stadt stellte ihm dafür ein Gelände an einem Park zur Verfügung und legte auch die erforderlichen 64 schwarz-weißen Bodenplatten. Um welche Stadt es sich handelt, ist leider nicht bekannt. Der Photograph Peter Grosse geizte wie immer mit diesbezüglichen Angaben. Ich vermute, weil er sich als bescheidener Bremer schämt, dass er so viel und weit in der Welt herumkommt. Früher hatte diese Bescheidenheit noch reale Gründe: Zwar kamen die zur See fahrenden Bremer einst überall hin, aber sie sahen doch meistens nicht viel mehr als den jeweiligen Hafen und ein oder zwei Seemannskneipen. Anders dagegen Peter Grosse, der sich gut und gerne in allen Städten umtut – wo er hinkommt, und seien sie nun am Meer oder im Binnenland gelegen. Aber das Bewußtsein hinkt dem Sein hinterher  (“Die Lila Eule der Minerva beginnt erst in der Dämmerung ihren Flug”) und deswegen photographiert… weiter lesen

27.02.2008 von Helmut Höge
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Supernomaden/Utopien – Atopien/Anti-Utopien

von Helmut Höge

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…So heißt eine deutsch-mongolische Zeitschrift. Die Mongolei ist das einzige Land weltweit, das noch halbwegs anständig mit seinen nomadischen Viehzüchtern umgeht. Diese sind Mitglied in der “World Alliance of Mobile Indigenous Peoples”. Die WAMIP traf sich 2007 in Segovia/Spanien. Dort verabschiedeten die Delegierten aus 38 Ländern Afrikas, Amerikas, Europas und Asiens eine “Message” an die UNO, in der sie u.a. die Achtung vor ihrer Lebensweise und Kultur forderten, die erwiesenermaßen auf einem ressourcenschonenden Umgang mit der Natur basiere. Besonders bedroht scheinen die Beduinen auf dem Sinai und die Mongolen in der inneren Mongolei zu sein. Letztere werden systematisch von den Chinesen an die Wand gequetscht.

Dazu führte bereits ein Sprecher des “Southern Mongolian Human Rights Information Centers” auf dem WAMIP-Treffen 2006 in Äthiopien Näheres aus. Die Roma und Sinti scheinen der WAMIP bisher noch fern zu stehen, wiewohl sie nahezu im gesamten Ostblock seit 1991 immer mehr diskriminiert und… weiter lesen

24.02.2008 von Helmut Höge
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Hausmeisterkunst (233)

von Helmut Höge

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Diese sechs halben weißen Ostereier schaffte der Hausmeister auf Befehl seines Chefs, des Hausverwalters, der wiederum vom Pächter des Autohauses darum gebeten wurde, an. Sie sollen Interessierten unaufdringlich den Weg zu den Luxuslimousinen weisen. Ob der Hausmeister auch ihre unorthodoxe Platzierung bestimmte, ist nicht bekannt. Photo: Peter Voßwinkel. Er schreibt dazu: “Es handelt sich um Moskauer Ferraripoller, wie sie im Nobelvorort Barwicha vorzufinden sind. Allerdings ist sofort zu erkennen, dass russische Hausverwalter gern zu Ausnahmen bereit sind, bei der Kundschaft versteht sich das.”

24.02.2008 von Helmut Höge
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Krieg/Film

von Helmut Höge

Der Berlinale-Chef habe das einstige “Politfestival dekonstruiert” – so gewählt drückte sich die Süddeutsche Zeitung aus, um damit anzudeuten, dass der “Topevent” (Hörzu) sich entpolitisiert und amerikanisiert hat und vor allem nach Prominenz schielt. Die Bild-Zeitung gibt Flankenschutz: “Millionärin und Polit-Playboy jagen Russen aus Afghanistan” – und zwar in einem “wahren Polit-Thriller” von Mike Nichols. Der Regisseur ist auf der jetzigen Berlinale nur mit einem alten Vietnamfilm vertreten – im Rahmen der Veranstaltung “Vietnam-Krieg im US-Kino”. Aber sein Afghanistan-Film läuft gerade in allen unterschichtigen Multiperplex-Kinos an: “Der Krieg des Charlie Wilson” ist laut Bild eine “extra giftige Komödie” mit den “großen Hollywoodstars Julia Roberts und Tam Hanks”. Letzterer spielt einen  geldgierigen US-Senator namens  Wilson, der es schaffte, von der CIA sich und “seine” Taliban finanziert zu bekommen. Als die Rote Armee abzieht, fließt ab sofort kein Geld mehr – “und das zerstörte Land versinkt in Chaos: Klingt vielleicht kompliziert und… weiter lesen

14.02.2008 von Helmut Höge
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Hausmeisterkunst (232)

von Helmut Höge

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Diesen versenkbaren Poller hat der Hausmeister einer Druckerei in Sydney zwar nicht selbst gebaut, aber installieren lassen. Der Poller reagiert auf seine Stimme: Bei “Up!” kommt er raus, bei “Down!” verschwindet er. Auf dem Photo – von Peter Grosse – demonstriert der Hausmeister das gerade. Warum der Poller aber an der Stelle installiert wurde und nicht woanders, geht aus dem Bild nicht hervor.

14.02.2008 von Helmut Höge
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“Great Game” – Große Scheiße im Anmarsch?

von Helmut Höge

Der Kommentator der Süddeutschen Zeitung Andreas Oldag ruft heute schon fast zu einem wirklich Heiligen Krieg auf: Es geht um Öl und Gas – “Venezuela und Russland gefährden die Versorgung”, schreibt er. Müssen die USA mit den NATO-Hilfstruppen da einmarschieren? “Europas Energieversorgung steht auf tönernen Füßen”. “Die Abhängigkeit von Russland erweist sich als Hypothek.” Und die “marktwirtschaftlichen Prinzipien”, also die “multinationalen Ölkonzerne”, die allein garantieren, “dass die knapper werdenden Ressourcen effizient verteilt werden”, haben “heute nur noch direkten Zugriff auf etwa 16%, während die Staatsfirmen über etwa 65% verfügen”. Erstere “werden mit dem Vormarsch der Staatsgesellschaften in Nischen abgedrängt”. Deswegen darf man die “privaten Investitionen” von “Big Oil” “nicht durch überzogene Umweltauflagen behindern.” Das – schon fast hysterisch – zum einen. Und zum anderen…Die Staatsgesellschaften werden von undemokratischen fast schon Diktatoren wie Chavez, Putin und wie heißt der komische Perser noch gesteuert – und zwar gegen uns bzw. unsere kostengünstige… weiter lesen

07.02.2008 von Helmut Höge
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Hausmeisterkunst (231)

von Helmut Höge

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“Landwirtschaft dient allen,” schrieb der Fotograf dieses Bildes, Peter Grosse, als Hintergrundinformation. Seltsamerweise fügte er noch hinzu: “kein Poller”. Das verstehe wer will.

07.02.2008 von Helmut Höge
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Jean Rouch Filme auf der Berlinale

von Helmut Höge

Fast jedes Jahr lief auf der Berlinale ein Film von Jean Rouch. Der Marcel Mauss Schüler und Résistance-Kämpfer drehte vor allem in Afrika, und dort am Liebsten am Niger, wo er 2004 auch starb. Wikipedia bezeichnet ihn “als Meister des ethnografischen Films und Begründer des Cinéma Vérité“. Vielleicht gibt es eine Retrospektive seiner Filme auf der Berlinale 2009.

Hier soll von zwei Filmen die Rede sein:

Schön, dass gerade ich – gelernter Rinderpfleger aus der Wesermarsch – den neuen Film von Jean Rouch, “Der Traum ist stärker als der Tod” rezensieren sollte… Denn er handelt von der Rinderpflege am Niger. Dort werden fünf Sprachen gesprochen – ich verstand kaum eine. Aber die früheren Jean-Rouch-Filme spielten bereits an diesem Fluss: “Madame L’Eau” und “Ich bin müde vom Stehen, ich liege”. Und dabei ging es ebenfalls um die Wahrheit von Träumen, das Opfern von Tieren, das Wahrsagen mit Sandzeichnungen… weiter lesen

06.02.2008 von Helmut Höge
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Hausmeisterkunst (230)

von Helmut Höge

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Peter Grosse, der Fotograf auch dieses Poller-Ensembles, ist immer etwas knapp mit seinen Erklärungen, die er dazu abgibt. Wenn ich ihn richtig verstanden habe, dann handelt es sich in diesem Fall um eine Sperrreihe aus staatlichen Hutpollern, die privat verschönert wurden. Und zwar von dem jungen Hausmeister eines kleinen Kaufhauses in einer norddeutschen Stadt, der 2002 sein Kunststudium in Hamburg abbrach. Er selbst wird dieses Werk nicht als besonders originell bezeichnen. Ähnlich bemalte Poller gibt es am Europa-Center in Westberlin und in der Ackerstraße in Ostberlin, um nur zwei Ensembles zu nennen. Bis auf das in der Ackerstraße, eine anonyme Fleißarbeit,  wurden die anderen im übrigen mit staatlicher Erlaubnis derart reindividualisiert.

06.02.2008 von Helmut Höge
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68er – 78er – 89er — 2008er

von Helmut Höge

Als sich 1968 im Hof der Philosophischen Fakultät der Belgrader Universität die rebellierenden Studenten und Künstler versammelten, sagte die serbische Dichterin Desanka Maksimovic: “Merkt euch das Gefühl, das ihr jetzt habt, ihr werdet ein Leben lang davon zehren.”

Das, was man “68″ nennt, war eine Art Virus, eine ansteckende Gesundheit oder Krankheit – je nachdem. Sie wurde ab Anfang der Sechzigerjahre, vielleicht von Berkeley/Kalifornien aus, virulent – und erfasste über das neue Medium Fernsehen nahezu die gesamte Weltjugend. Alle kamen und alles kam zusammen. Das gipfelte im Mai 1968 im französischen Generalstreik – und zerfiel danach langsam wieder: in kleine Gruppen, Projekte, bis auch diese über die Alternativbewegung atomisiert wurden.

In Berlin fand man auf dem Tunix-Kongress 1978 einmal noch zu einer gemeinsamen Sprache zurück, angesichts des staatlichen Übereifers bei der Zerschlagung der letzten antiautoritären Symptome. Dennoch behauptete noch lange danach jedes reaktionäre Arschloch, damals dabei gewesen, von “68″ infiziert… weiter lesen