Archive for März, 2009

31.03.2009 von Helmut Höge
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Hausmeisterkunst (313)

von Helmut Höge

Ich hatte ganz viele Pollerphotos von Peter Grosse, aber irgendwie ging es heute nicht, eins davon hier reinzustellen – vor allem das über “Pollerforschung” nicht. Und darum ging es mir eigentlich, denn gestern schickte Philipp Goll von der Uni Siegen mir sozusagen vorab per Email das Ergebnis seiner “Pollerforschung”, das auch so heißt – und 101 Seiten lang ist. Sein Nachwort lappt sehr ins Germanistische. Aber es ist auch eine germanistische Arbeit – insofern also angebracht, außerdem sehr lesbar – und weit ausholend: von Henri Lefebvre über die Situationisten bis zu Certeau und Latour .

Da es in einer Uni-Publikationsreihe erscheint gehe ich davon aus, dass man seine Studie dort auch bestellen kann. Zumal der Autor, Philipp Goll, mir in der nächsten Zeit auch noch ein gedrucktes Exemplar der “Pollerforschungs-Edition” vorbeibringen will. Wenn ich ihn richtig verstanden habe, zieht er demnächst sowieso nach Berlin. Damit dürfte diese Stadt nicht… weiter lesen

30.03.2009 von Helmut Höge
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Der Schöneberger Gasometer – sein Developer & seine BI (2)

von Helmut Höge

Ich versuchte kürzlich, mich diesem Phänomen drei Mal schriftlich zu nähern:

1. Das Müller-System

“Die Werbung überzieht das Land flächendeckend wie früher die Stasi” ( Zeit-Magazin 1990/46, “Start ins neue Deutschland” )

Im Frühjahr 2007 erwarb der Westberliner Projektemacher Reinhard Müller ein Grundstück in Schöneberg. Auf diesem befindet sich neben sechs kleineren denkmalgeschützten Backsteinbauten auch ein ehemaliger Gaskessel, der sog. Schöneberger Gasometer. Verkauft hat das Gelände die privatisierte GASAG, die bis 1998 öffentliches Eigentum war und dem Land Berlin gehörte. Der Bezirk Tempelhof-Schöneberg, der die Planungshoheit besitzt, stellte dann einen Bebauungsplanentwurf nach den Vorstellungen von Müller auf. Danach soll das ca. sechs Hektar große Gelände, das inmitten von Wohnquartieren liegt, zum “Kerngebiet” umgewandelt werden – mit einer enormen Boden- und Luft-Ausnutzung. Geht es nach Müller werden sich dort in Zukunft die großen DAX-Energiekonzerne mit einer Stiftungsuniverität, Büros, Labors, Versammlungsräumen, Hotel und gastronomische Einrichtungen niederlassen und zu einem zwischen Wirtschaft, Wissenschaft… weiter lesen

30.03.2009 von Helmut Höge
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Der Schöneberger Gasometer – sein Developer & seine BI (1)

von Helmut Höge

“Öffentliches Blendwerk”

Unter dieser Überschrift folgt weiter unten ein Text von Cornelia Köster über “ihren” Streit um den Schöneberger Gasometer. Dazu fand kürzlich eine Diskussion zwischen der lokalen Bürgerinitiative zur Rettung des Gasometers und sechs SPD-Bezirkspolitikern statt, die dabei jedoch nur stereotyp ihre alten investorgeneigten Ansichten wiederholten, während die BI sich immer weiter in die Problemetik des geplanten Großprojekts eingearbeitet hatte, das ein ganzes Wohnviertel umkrempeln wird. Inzwischen liegt der Bebauungsplan öffentlich aus – zur Bürgerbeteiligung (bis zum 27.5.). Danach kann die BI juristisch gegen das Vorhaben des Investors Reinhard Müller vorgehen. Sein mittlerweile abgesprungener Mitinvestor, der Bauunternehmer Klaus Groth wollte angeblich bereits gerichtlich gegen das von Müller weiterverfolgte Konzept einer privaten Ernergie-Universität in, auf, unter und am Gasometer vorgehen. Helmut Schmidt (von der Zeit-Stiftung, die mit am Uni-Konzept beteiligt war) und andere hielten jedoch eine rechtliche Auseinandersetzung mit Müller, so heißt es, unter Niveau und schädlich fürweiter lesen

20.03.2009 von Helmut Höge
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Aus unserem Brigadetagebuch (13)

von Helmut Höge

61. Die Frau des Produktionsleiters, “Der Lange” genannt, kümmerte sich als Rentnerin vor allem um ihren Garten. Nachdem sie damit einen Sonderpreis im Rahmen des Wettbewerbs “Unser Dorf soll schöner werden” (früher hieß das: “Schöner unsere Dörfer und Städte”) gewonnen hatte, rückte der OB und der ORB bei ihr an (im Vordergrund die Regisseurin und gelernte Gärtnerin Dorothee Wenner):

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62. Der Brigadier der LKW-Fahrer, Walter, den man zuletzt noch in die Schweinemast versetzen wollte (was er mit einem Gutachten abwehren konnte, in dem ihm bescheinigt wurde, dass die Keime der Schweine seine Speisepilzzucht zu Hause vernichten würden) zog sich nach der seiner Frühverrentung auf seine Datsche zurück:

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63. Der Brigadier der Hauptmast, Willi, interessierte sich auch weiterhin für Rinder. Bereits mehrmals beteiligte er sich an einer vom Deutschen Bauernverband organisierten Reise, die zu den nomadisch lebenden Rinderzüchtern in die Mongolei ging, die sich gerade mit Hilfe… weiter lesen

20.03.2009 von Helmut Höge
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Aus unserem Brigadetagebuch (12)

von Helmut Höge

56. Der Gutsbesitzer ließ sich auf der Fehlhorster Rindermast der LPG zwar nicht sehen, dafür kamen wie erwähnt einige Kabarettisten, etliche Journalisten, Oskar Huth, Jes Petersen mit Ilona (die man für das Gutsbesitzer-Ehepaar hielt) und H.D. Heilmann (der wie Kapielski und Ulrike Kowalski ebenfalls als Aushilfs-Pfleger einsprang), aber auch etliche anonyme Investoren und andere Interessierte. “Mit deren Visitenkarten kann ich bald Skat spielen,” meinte der Vorsitzende der “Pflanze”:

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57. Brigadier Erwin und Rentner Erich backt inzwischen kleinere Brötchen: Sie verabreden sich in Potsdam, dort verkaufen sie – ebenso wie später auch in Neukölln – auf dem Wochenmarkt das Fleisch selbstgeschlachteter Rinder. Die LPG hatte dafür extra einen Schlachtraum eingerichtet. Es half aber alles nichts: die “Tierproduktion” ging schließlich doch pleite, zuletzt hatte sie noch vergeblich versucht, sich mit der “Pflanze” wieder zu vereinigen:

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58. Der Oberbuchhalter Klaus-Jürgen, atmete als erster erleichtert auf: “Ich habe einen neuen… weiter lesen

20.03.2009 von Helmut Höge
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Aus unserem Brigadetagebuch (11)

von Helmut Höge

51. Egon wollte eigentlich immer schon eine Kneipe aufmachen. Arbeitslos geworden räumte er erst mal seinen Garten auf und richtete sich dann die Laube als Kneipe ein – zum Üben gewissermaßen.:

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52. In Saarmund hatte derweil eine Handvoll Dorfbewohner vor der Schweinemast gegen die Schweinemast demonstriert: Sie würde stinken und ihre Gülle das Grundwasser verunreinigen. Der Rat des Bezirkes ließ daraufhin sogleich die Schweinemast schließen. Etwa ein Dutzend LPG-Mitarbeiter verloren dadurch ihren Arbeitsplatz:

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53. Aber es gibt auch Positives zu berichten: Überraschend bekommt die LPG im Februar 1990 einen Stand auf der Grünen Woche – ironischerweise in der Öko-Halle. Die Kaderleiterin Elke läßt Informationsmaterial drucken und steht auch selbst am Stand:

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54. Die Melkerin Doris läßt es sich ebenfalls nicht nehmen, Standdienst zu machen. Die LPG ist die erste und einzige auf dieser Grünen Woche und viele Messebesucher interessieren sich für sie:

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20.03.2009 von Helmut Höge
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Aus unserem Brigadetagebuch (10)

von Helmut Höge

46. Egon geht nach Hause, die Sonne geht bereits über dem Mist auf dem Hof unter:

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47. Kollege Egon steht am Gartenzaun seines Hauses, das die LPG gebaut hat, und kuckt die Dorfstraße entlang, wo aber kaum jemand entlangkommt, am allerseltensten Sonntags:

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48. Dann kommt aber doch jemand: ein Photograph der “Zeit”. Egon war überraschenderweise als erstes entlassen worden:

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49. Für den Photographen posiert er vor Ines’ “Konsum”:

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50. Und auch noch mal vor dem Rinder-Offenstall:

20.03.2009 von Helmut Höge
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Aus unserem Brigadetagebuch (9)

von Helmut Höge

41. Der Desinfektor macht sich abfahrbereit, er hat für heute genug desinfiziert:

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42. Am Rande der Jahreshauptversammlung, die im Saal einer Kneipe im Nachbardorf stattfindet, stehen die Präsentkörbe – für die besten LPG-Brigaden, die dazu auch noch eine Geldprämie bekommen. In diesem Jahr wurde unsere Fahlhorster Brigade prämiert. Neider behaupteten später, das sei nur wegen der zwei Wessis (also uns) geschehen, denen zuliebe sie (oben in der Verwaltung und speziell der Vorsitzende dort) die Brigade in Fahlhorst laufend mit neuen Arbeitsklamotten, Gummistiefeln und Forken usw. ausgestattet hätten. Wir hatten uns aber nichts Böses dabei gedacht:

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43. Die einzeln ausgezeichneten Mitglieder der LPG bekommen diese Ehre schriftlich:

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44. Anschließend wird gefeiert:

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45. An der Wand unseres Sozialraums hängen zwei Photos aus den Anfangstagen der LPG “Florian Geyer”, das linke zeigt glaube ich die Hochzeit von Egon mit Anneliese, die als Putzfrau in einem Agrarinstitut arbeitet:

20.03.2009 von Helmut Höge
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Aus unserem Brigadetagebuch (8)

von Helmut Höge

36./37. Rentner Erich kommt – mit Handwagen (näher). Er holt sich täglich bei uns sein Essen ab. Seine Deputat-Milch trinkt er gerne mit Kiwi (Kirschwhisky) vermischt:

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38. Der Tierarzt – nach getaner Tat reinigt er seine lange Spritze:

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39. Der Blumenladen der LPG “Florian Geyer” auf der Autobahn-Raststätte Michendorf, er wurde schon bald, nachdem dieses Photo entstand, abgegeben:

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40. Die Rinder werden verladen. Sie kommen von unserer Vor- in die Hauptmast nach Saarmund. Weil die Tiere dabei oftmals so brutal behandelt wurden, dass auf den Schlachthöfen ganze Hautpartien wegen Blutergüsse rausgeschnitten werden mußten, bekamen die LPG Tierproduktionen irgendwann elektrische Schlagstöcke geliefert, die keine Spuren auf dem Leder hinterlassen:

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Michael und eine der Aushilfen während einer Kaffeepause

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Die große Schweinemastanlage in Saarmund

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Einer der Aushilfen beim Ausmeisten

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Kälberpflegerin Renate am Silagehaufen

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Lagebesprechung vor der… weiter lesen

20.03.2009 von Helmut Höge
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Aus unserem Brigadetagebuch (7)

von Helmut Höge

31. Das Güllesilo der Schweinemast in Saarmund ist so groß, dass zur Sicherheit immer ein Rettungsring in der Nähe hängen muß -. falls mal jemand reinfällt:

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32. Alle paar Tage kommt der Desinfektor, Dieter, er will sich selbständig machen, auf dem Bild erzählt er gerade, wie er sich das so ungefähr vorstellt:

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33. Überhaupt wird mehr geredet als gearbeitet dieser Tage, und alle schmieden Zukunftspläne. Nur Kälberpflegerin Renate bleibt gelassen: “Mir doch egal, ob der Gutsbesitzer wieder kommt, dann arbeite ich eben für den weiter.” Auf dem Bild unterhält sich der Desinfektor mit unserem Rentner Erich, der schon als Knecht dort auf dem Hof gearbeitet hat – vor dem Krieg. Man sagt, dass er seine Schubkarren immer am vollsten gemacht hat. Jetzt arbeitet er aber nur ab und zu auf der LPG-Station in Fahlhorst, um seine Rente aufzubessern:

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34. Mit dem LPG-LKW wird uns… weiter lesen