Archive for the ‘Bolivien’ Category

06.02.2012 von Peter Strack
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Wie im richtigen Leben

von Peter Strack

International war er die schauspielerische Entdeckung im Kinofilm “Und selbst der Regen”: Juan Carlos Aduviri spielte einen jungen Bolivianer, der sich bei der Bewerbung um die Rolle eines Indigena-Fuehrers in einem Historienfilm ueber die Eroberung Amerikas gleich durch sein energisches Auftreten Aufmerksamkeit verschafft. Im Film geht der Regisseur das Risiko ein, einen charakterstarken Schauspieler zu bekommen, der auch Probleme machen kann. Wenig spaeter ist „Daniel“ im Film als einer der Wortfuehrer in den ebenso historischen „Wasseraufstand von Cochabamba“ verwickelt und das Filmprojekt im Film gefaehrdet.

Mag zwar die fast am Schluss liegende Szene einer rasanten Rettungsfahrt durch die brennenden Barrikaden, die die Cochabambiner Bevoelkerung gegen die Erhoehung der Wasserpreise errichtet hatte, ein wenig unrealistisch wirken – Aduviri scheint nicht nur auf der Leinwand ein Rebell. Sagte er vor gut zwei Wochen aus gesundheitlichen Gruenden noch eine Reise nach Spanien zur Verleihung der Goya-Filmpreise… weiter lesen

04.02.2012 von Peter Strack
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Bolivien: Ein kurzer Moment der Freude

von Peter Strack

„Derzeit ist nur wenig Andrang”, machte mir der schon von wiederholtem Anstehen bekannte Mitarbeiter der Migrationsbehoerde im bolivianischen Cochabamba Hoffnung, als ich ihn letztens zufaellig im Kleinbus traf. Auf dem Weg in seine Behoerde. Und in der Schlange, die an diesem Morgen recht schnell voranrueckte, standen auch kaum mehr als 20 Interessenten, brasilianische Studenten, Priester, Nonnen … Aber als ich nach einer halben Stunde dran war, hiess es nur: Um 14 Uhr 30 wiederkommen!

    Die Wartenummern, mit denen man sich die Zeit ein wenig einteilen koennte, und von denen ein Hinweisschild anweist, sie sich zu besorgen, gaebe es nicht. Fast puenktlich stand ich nachmittags wieder vor dem Buero Nummer 3, das zum wiederholten Male die gleichen Angaben aufnehmen, in den Computer eingeben und ein Foto fuer den neuen Ausweis machen sollte. Die Zahl der Wartenden, die sich um vier Stuehle draengten und immer wieder von Polizisten gebeten wurden, doch… weiter lesen

19.11.2011 von Peter Strack
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Wo geht es jetzt hin?

von Peter Strack
1,3 Mio Dollar fuer jeden KM Zerstoerung: Protest gegen Strassenbau , Quelle: El Dia

1,3 Mio Dollar fuer jeden KM Zerstoerung: Protest gegen Strassenbau, Quelle: El Dia

„Mama, wo geht es jetzt hin?“, fragte ein Junge heute morgen auf der Fahrt  in das Stadtzentrum von Cochabamba besorgt seine Mutter, als der Bus ploetzlich in eine Seitenstrasse abbog. „Da wird wohl irgendjemand wieder die Strasse blockieren“, lautete die lakonische Antwort.  Doch der Grenzkonflikt zwischen den Provinzen Oruro und Potosí wird derzeit ebenso verhandelt wie der zwischen den Munizipien Colcapirhua und Tiquipaya im „Herz der Mutter Erde“ selbst. Und die Kokabauern aus dem Chapare,  die derzeit gegen den Baustopp der Strasse durch das indigene und Naturschutzgebiet TIPNIS mobilisieren, haben sich erst einmal  zu Beratungen zurueckgezogen. … weiter lesen

22.10.2011 von Gerhard Dilger
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Dyls Doppelpack (9): Atajo

von Gerhard Dilger

¡Viva Bolivia! Evo Morales hat beschlossen, die umstrittene Fernstraße jetzt doch nicht durch den TIPNIS-Nationalpark bauen zu lassen.

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17.10.2011 von Peter Strack
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Richterwahl in Bolivien

von Peter Strack

Die Richterwahl in Bolivien war fuer die Demokratie ein schwieriger Schritt voran.  Dabei hat ihr groesster Verlierer ueberhaupt nicht kandidiert: Praesident Evo Morales.

Es waere so schoen gewesen. Frueher wurden die obersten Richterposten Boliviens im parlamentarischen Geschacher mit Guenstlingen der eigenen Partei besetzt. So kam es mancherorts nie zur Verurteilung eines Politikers, so offensichtlich die Vergehen auch waren. Nun sieht die neue Verfassung vor, dass die Richter als Fachleute auf einer Vorschlagsliste  des Parlaments vom Volk gewaehlt werden. Um die Wahl nicht zu politisieren, und damit auch der materielle Besitz nicht entscheidet, wurden Wahlkampagnen deshalb gleich verboten.

Nur dass die Regierungspartei MAS im Parlament, anders als in der Bevoelkerung, noch  eine 2/3 Mehrheit hat. Und deshalb hatte sie sich gleich gar nicht die Muehe gemacht hat, mit der widerspenstigen Opposition zu Kompromissen bei der Vorschlagsliste zu kommen. So wurde die Wahl zu dem, was sie eigentlich nicht werden… weiter lesen

30.09.2011 von Gerhard Dilger
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Tu, was du sagst, Evo!

von Gerhard Dilger

“Bolivien hat in den größten Herausforderungen unserer Zeit Führungsstärke gezeigt”, schreibt Pablo Solón, der bis Ende Juni Boliviens UN-Botschafter war, in einem offenen Brief an Evo Morales.

Morales und Solón auf dem Alternativen Klimagipfel von Cochabamba

“Wir dürfen nicht die Rezepte des gescheiterten Entwicklungsdenkens wiederholen, das das Verhältnis der Menschheit zur Mutter Erde bis an eine Bruchstelle gebracht hat”, so Solón weiter. Um die derzeitige Krise zu überwinden, wünscht er sich, dass Morales die Fernstraße um das TIPNIS-Schutzgebiet herum bauen lässt. Die Verantwortlichen für den Polizeieinsatz am letzten Sonntag sollten bestraft werden.

Der Brief schließt mit dem Appell:  “Wir müssen einen breiten partizipativen Prozess einleiten, eine landesweite Debatte  um eine neue Agenda im Rahmen des Guten Lebens”.

Hier die englische Übersetzung:

President and

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28.09.2011 von Gerhard Dilger
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Vox populi

von Gerhard Dilger

Ausriss aus dem heutigen Estado de São Paulo, der brasilianischen FAZ:

“Papa Lula”, haben die Demonstranten in La Paz Evo Morales in den Mund gelegt, “solange ich an der Regierung bin, gewinnt Brasilien”.

Und hier eine Analyse des Democracy Center aus Cochabamba.

26.09.2011 von Gerhard Dilger
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So nicht!

von Gerhard Dilger

Aus dem Rücktrittsschreiben der bolivianischen Verteidigungsministerin Cecilia Chacón an Evo Morales:

Ich teile die Interventionsmaßnahme der Regierung gegen den Marsch nicht. Ich kann sie weder verteidigen noch rechtfertigen, solange es Alternativen im Rahmen des Dialogs, des Respekts der Menschenrechte und der Verteidigung von Mutter Erde gibt. Anstatt die Rechte zu isolieren, stärken die ergriffenen Maßnahmen deren Handeln und Manipulation (…) mit dem Ziel, den Prozess des Wandels anzugreifen, der die Bolivianer so viel gekostet hat.

So nicht! Wir haben mit dem Volk vereinbart, die Dinge anders zu machen.

17.09.2011 von Peter Strack
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Evos neue Kleider? – Konflikt um das indigene Territorium Isiboro Sécure

von Peter Strack

Marsch fuer den TIPNIS

In einem Experiment fuer die Schule sollte meine Tochter diese Woche untersuchen, ob die Sauerstoffproduktion einer Pflanze mit der Menge der einfallenden Sonnenstrahlen waechst. Das Ergebnis war eindeutig und hat Julia in ihrer Ueberzeugung bestaerkt, wie wichtig der Erhalt gerade der Waelder in den sonnenreichen Tropenregionen  ist.

Seit  dem 15. August marschieren zunaechst 700, inzwischen mehrere Tausend Tiefland-Indígenas aus Protest gegen den geplanten Bau einer Ueberlandstrasse mitten durch den TIPNIS, Indigenes Territorium und Nationalpark Isiboro Sécure, ein Bau der nicht nur das Klima, sondern auch eine dort lebende Vielfalt von  858 Wirbeltierarten, 470 Vogelsorten, 188 Fischen und andere Wassertieren, 500 verschiedenen Heilpflanzen bedrohen wuerde. Und die meisten dort lebenden Arten seien noch gar nicht erfasst, sagt der Biologe Raul Altamirano der Tageszeitung Los Tiempos.

Fuer Praesident Evo Morales, der sich auf  internationaler Ebene als  Verfechter der Rechte der Mutter Erde und des Klimaschutzes praesentiert, ist Julia jedoch eine jener Naturromantiker, die sich nationalen Interessen, der Entwicklung und dem Fortschritt verweigern.  Dank des Starrsinns der Regierung, die ihre einmal getroffene Entscheidung durchboxen will, statt mit den Beteiligten Alternativen und Kompromisse zu suchen, steht im Fall TIPNIS derzeit nicht nur die Natur und die Glaubwuerdigkeit der Regierung auf dem Spiel.  Aendert die Regierung nicht ihren autoritaeren Stil, wird bald auch das  Buendnis zerbrochen sein, das Evo Morales vor noch nicht allzu langer Zeit mit einer 2/3 Mehrheit an die Macht gebracht hat.

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06.08.2011 von Peter Strack
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Nationalfeiertag in Bolivien: Antreten zur Mariachi-Musik

von Peter Strack

Dieser Tage steckte an der Haustuer ein kleiner fotokopierter Zettel der Nachbarschaftsorganisation unseres Viertels in Cochabamba: Mittwochabend mexikanische Mariachi-Musik, Donnerstagmorgen Aufmarsch der Schuelerinnen und Schueler sowie die Pflicht, die Nationalflagge am Haus anzubringen. Anlass ist der 6. August, bolivianischer Nationalfeiertag. Teilnahme sei Pflicht, den Widerspenstigen werden 50 Bolivianos (umgerechnet gut 5 Euro) Strafe angedroht.

Bislang wurden solche Drohungen nicht wahrgemacht. Sei es aus Anlass des offiziellen Starts der Verlegung der Gasleitungen fuer Privathaushalte, oder weil es einen Diebstahl gegeben hat und Schutzmassnahmen vereinbart werden sollen. Und so ist unsere Strasse erst am 6. August selbst einigermassen beflaggt.  Wir haben ohnehin  keine dieser patriotischen rot-gelb-gruenen Textilien im Haus, weder als einfaches Tuch, geschweige denn in der seidenglaenzenden Ausgabe. Hoechstens eine klitzekleine, inzwischen arg verblasste Whipala, die Fahne der indigenen Bewegungen des Hochlands, die bei den Protesten der sozialen Bewegungen  um die Jahrtausendwende fast ueberall praesent waren.

Aber die Whipala… weiter lesen