31.10.2009 von Christian Ihle
“A record by a hero? ‘Halber Mensch’ by Einstürzende Neubauten completely changed my life when I heard it. It comes with a video they made on a tour in Japan. They shot it in this incredible warehouse, where they did most of the songs off the album. It’s the coolest video ever. I wanted to be Blixa.”
(Robbie Furze von The Big Pink im NME über Einstürzende Neubauten)
30.10.2009 von Christian Ihle
Und die Angst, die Du fühlst,
ist das Geld, das Dir fehlt,
für den Preis, den Du zahlst
(Blumfeld, Sing Sing, 1994)
Ohne Geld keine Angst
Ohne Angst kein Geld
Kein Geld ohne Angst.
The Angst & The Money.
(Ja Panik, Alles hin hin hin, 2009)
15 Jahre sind vergangen seit Jochen Distelmeyer “Das ist soziale Marktwirtschaft: langweilig wird sie nie” sang und an Aktualität hat jene Aussage im Lichte von Bankenkrise und Börsencrash nur weiter gewonnen. Auch Ja, Panik selbst formulierten vor zwei Jahren auf ihrem letzten Album noch “The Taste & The Money” – der taste wurde bitter, es bleibt die angst. Und das Geld, als unveränderliche Konstante.

Es gibt noch einen anderen Zusammenhang zwischen Blumfeld und Ja, Panik. Betrachten wir die letzten 15 Jahre deutschsprachiger Musik, so sind Distelmeyer und Tocotronics von Lowtzow die beiden entscheidenden Figuren im Umgang mit deutscher Sprache in Songtexten. … weiter lesen
29.10.2009 von Christian Ihle
In unserer Don’t Mention The War – Reihe, die Äußerungen aus dem vornehmlich britischen oder amerikanischen Ausland über heimische Künstler sammelt, ist dieser Eintrag sicherlich einer der bizarrsten:
Das alte Gossip-Lästermaul Perez Hilton hat sich in den selbst hierzulande immer noch recht unbekannten deutschen Singer/Songwriter Norman Palm verguckt!

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28.10.2009 von Christian Ihle
Liegt es am Ende gar am eigenen Alter? Früher hatte ich Element Of Crime immer als Altherrenmusik missachtet, deren bemühte Arrangements mir zu gesetzt schienen. Doch gerade in den letzten Jahren konnte ich mich Element Of Crime und Sven Regener nicht mehr entziehen: ob mich jetzt – natürlich am offensichtlichsten – Regeners Buchautorenkarriere oder die brillante Verfilmung seines „Herr Lehmann“s mitriss, die viel Gutes für die realistische Darstellung trunkener Thekengespräche in der Welt des Films vollbrachte, „Delmenhorst“ vom letzten Element Of Crime – Album mich berührte oder die kleinen Gastauftritte von Element Of Crime überraschten. Zunächst gab es ein tolles Bob-Dylan-Cover im (weniger tollen) „NVA“-Film, die Veredlung von Tomtes „Geigen bei Wonderful World“ dank Regeners Bläsereinsatz und – vielleicht am wichtigsten für meine neugewonnene Zuneigung – der über all den anderen prominenten Teilnehmern turmhoch thronende Tribute-Beitrag „Der Himmel weint“ zum Fehlfarben-Jubiläumsalbum (unter dem Pseudonym „Die falschen Farben“).
Nachdem nun zum ersten Mal ein ganzes Album bei Veröffentlichung von mir gespannt angenommen wurde, frage ich mich: womit habe ich eigentlich all die vergangenen Jahre verschwendet?

Musikalisch nähern sich Element Of Crime noch mehr Calexico an, im Titelsong wird gar Blues-Rock zitiert, zu dem auch Jackie White anerkennend nicken würde, und in seinen besten Momenten spielt „Immer da wo du bist bin ich nie“ eine altersweise, lebensgeplagte Melancholieversion von Beirut aus.
Aber die Instrumentierung verblasst natürlich neben den Texten Regeners, der wie kein anderer hierzulande das Saufen mit dem Sehnen verbinden kann. … weiter lesen
27.10.2009 von Christian Ihle
Jamie T bezeichnet sich selbst als Dieb, als Pirat, und das kann man auf dem Zweitwerk auch hören. Selbst das Debüt “Panic Prevention” war schon kein Kind von Traurigkeit, als es darum ging, 2007 stilvoll Reggea, Rock, Hip-Hop und Lo-Fi-Punk zu vermischen. Der junge Mann aus Wimbledon begeisterte in erster Linie Musikjournalisten und Mädchen, weil seine Art zu Texten und zu arrangieren direkt aus dem Herzen kam und dabei trotzdem noch einen Umweg durch den nächsten Pub nahm. Man höre nur die erste Single “Sheila”. Das hatten zwar bis dahin auch einige andere Musiker der jüngeren Vergangenheit ganz gut hinbekommen. Im Gegensatz zu Lily Allen und Mike Skinner aber hatte Jamie T – zumindest behauptet er das selbst – weder eine Drogenkarriere noch ein besonders ausgeprägtes Selbstdarstellungsproblem. Er war eben einfach der freakige kleine Junge aus der Nachbarschaft, der neben exzessivem Bier- und nicht minder exzessivem Musik-Konsum noch selbst Songs schrieb.

Auch “Kings & Queen” klaut sich wieder Ideen zusammen, steckt sie in einen Computer und schüttelt einmal kräftig durch. … weiter lesen
26.10.2009 von Christian Ihle
The Cribs – Ignore The Ignorant

Während in England die Cribs in der Zwischenzeit sogar schon vor den Beatles-Wiederveröffentlichungen in den Charts gelandet sind, hat Deutschland immer noch Nachholbedarf. Vielleicht ändert sich das nun da mit Johnny Marr ein auch in Deutschland großer Name etwas überraschend zur walisischen Jarman-Familienbande gestoßen ist. Aber Marr ist nicht die einzige Veränderung im Cribs-Kosmos: … weiter lesen
25.10.2009 von Christian Ihle
“Schon seit geraumer Zeit gönnt man sich bei Bild.de einen für ein, nun ja: Nachrichtenportal ungewöhnlichen Luxus: (…)
Hier schreibt vornehmlich der einschlägig bekannte Attila Albert über alles, was ihm mysteriös genug erscheint (…)
Gleichzeitig gelingt es “Bild”, den wohl selbst in der eigenen Redaktion etwas verrufenen Verschwörungsschmuddelkram, vom seriösen — oder sagen wir besser: anders unseriösen — Teil der Inhalts-Produktion zu trennen. Die Einteilung einer Nachrichtenseite in offensichtlichen und nicht offensichtlichen Unfug birgt aber auch Schwierigkeiten: Wann genau ist eine Nachricht blödsinnig genug, um ins Mystery-Ressort verbannt zu werden?”
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24.10.2009 von Christian Ihle
“What, has Skin run out of money for head polish or something, so she needs to raise funds with horribly overwrought self-indulgent soft rock offal like this?”
Der NME mag Skunk Anansies Comebacksingle “Squander” nicht:

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22.10.2009 von Christian Ihle
Teil 1 unseres Fußball-WM-Song-Rückblicks findet sich hier: 1974 & 1978
1982: Olé España

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Nachdem man sich mit Udo Jürgens als Sänger des deutschen WM-Songs 1978 ein Kuckucksei ins Nest gelegt hatte, besann man sich für die Weltmeisterschaft 1982 in Spanien wieder auf deutsche Barden. Der angebliche Traum aller Schwiegermütter, Michael Schanze, durfte seinen Lockenkopf prominent ins Bild halten. Seine Qualifizierung, mit der deutschen Nationalmannschaft einen Song aufnehmen zu dürfen, mag weniger seiner mittelmäßig verlaufenen Karriere als Schlagersänger (1970 Platz 16 als größter Erfolgmit “Ich hab dich lieb“) zu verdanken sein als dass er offensichtlich problemlos mit untalentierten Sangesnervensägen auf der Bühne stehen kann wie er jahrelang bei “Kinderquatsch mit Michael” beweisen konnte.
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21.10.2009 von Christian Ihle
Telekinesis spielen Indie-Poprock klassischer Prägung. Kein Wunder, dass das Album der Ein-Mann-Band um Michael Benjamin Lerner auch von Death Cab For Cutie Mann Chris Walla produziert wurde.

* Your three favourite Punk singles/songs?
** Warsaw – The Drawback
** The Buzzcocks – Orgasm Addict
** The Thermals – Brace and Break
* A record that will make you dance? … weiter lesen