Archive for Januar, 2011

31.01.2011 von Christian Ihle
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Roseanne meets Riot Grrrls!

von Christian Ihle

Manchmal schaut man dank youtube verwundert auf das Fernsehen der 90er zurück und wie alternative Bands und Musikstile in den USA im größten denkbaren Mainstream auftauchten. Wir hatten kürzlich ja schon an den legendären Flaming Lips Liveauftritt bei “Beverly Hills 90210″ erinnert (“You know, I’ve never been a big fan of alternative music, but these guys rocked the house!”) und verweisen heute auf eine 1995er Folge der US-Sitcom “Roseanne”, in der volle acht Minuten über Riot Grrrls diskutiert, Textzeilen vorgelesen sowie Babes In Toyland und L7 genamedroppt werden, während Bikini Kills “Don’t Need You” aus dem Autoradio schallt. Erstaunlich.

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(Das Riot Grrrl auf dem Rücksitz wird übrigens von Jenna “Dharma & Greg” Elfman dargestellt!)

28.01.2011 von Christian Ihle
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My Favourite Records mit Ladytron

von Christian Ihle

Unsere liebsten Neo-Kraftwerker mit Frontfrauen haben nicht nur eine Wiederveröffentlichung ihrer beiden “klassischen” Alben “604″ und “Light & Magic” – und was für ein wunderbares Album war “604″ damals vor all diesen Jahren! – auf dem Plan, sondern bringen auch ein Best Of Album heraus. “Seventeen” und “Playgirl” auf einer Platte, yay!

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* Your three favourite Punk singles/songs?

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** Sheena Is a Punk Rocker by The Ramones,
** Mongoloid by DEVO,
** Road Runner by The Modern Lovers

* A record that will make you dance? … weiter lesen

27.01.2011 von Christian Ihle
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2011 – I Predict A Riot (Teil 9: Gastautoren pt 2 – Vomit Heat, 206, Retro Stefson, Polyana Felbel, Penguin Prison)

von Christian Ihle

Anja Rützel vom Business Punk Magazin:

Peguin Prison (MySpace)

Ein Bandname, den man sofort auf T-Shirts krakeln will. Reichlich apokryphe Schnurren (im Gospelchor zusammen mit Alicia Keys, Sitzzwang auf der Bühne wegen beim Feuerlaufen verbrannter Fußsohlen, Formierung einer Fake-Boyband). Inspiration durch Prince und Michael Jackson. Ein leicht angekauztes Wunderkind, das alle Instrumente spielt – lauter Häkchen auf der großen Popquatsch-Checkliste von Penguin Prison. Die Musik: Dance-Pop mit Zwinkerpolitur und Neigung zum Oxymoron: So fidel die Musik tuckert und pluckert, so mildmelancholisch sind die Texte, falls jemand hinhören mag. “Animal Animal” zum Beispiel, eine Schnuffelnummer mit Howard-Jones-Erinnerungssynthies und Wham!-”aaahs”, handelt von ärgster Selbstentfremdung: “I wish Mike Tyson was my friend/Then I would tell him everything”. Who wouldn’t.

Anhören:

Golden Train (Radio Edit) by Penguin Prison

Uwe Viehmann, Ex-Chefredakteur der SPEX:

Retro Stefson (Homepage)

Das Intro von „Kimbabwe“, dem aktuellen Album von Retro Stefson, erinnert stark an den Beginn von „The Ides Of March“ vom 81er Iron-Maiden-Klassiker „Killers“. Was wirklich stimmt, aber auch auf die komplett falsche Fährte führt. Wie so viele andere Momente im Stilmix dieser blutjungen Band aus Island: Paul-Simon-Zitate; Vampire-Weekend-Paul-Simon-Zitat-Zitate; Rhythmen und Akkordfolgen also, die von Weißbroten gerne auch mal kollektiv unter Weltmusik subsummiert werden; hier ein kleines 8Bit-Elektro-Zwischenspiel, wie es Chilly Gonzales in seinen Teenager-Jahren auch gebastelt hätte; dort ein wenig 80er Rockpop – was für ein Unbegriff, ich weiß; großäugiger Funk; schön-schamlose Disco Licks; karibisches Orgelmarimba-Hüftkreisen, HipHop-Versatzbeats; Soul-Schwebeteilchen; Talking-Heads-Tricks; überraschende Breaks… eine insgesamt so dermaßen … weiter lesen

26.01.2011 von Christian Ihle
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2011 – I Predict A Riot (Teil 8: Hip-Hop/Pop)

von Christian Ihle

Nachdem wir vorgestern vier Punkhoffnungen für 2011 vorgestellt hatten, findet sich auch in unserer Hip-Hop-Runde ein junger Rapper bzw. ein junges Kollektiv, das eine Punk-Attitude mindestens ebenso lebt. Zumindest sind Tyler, The Creator und Kollegen wie Earl Sweatshirt bestens geeignet, Eltern zu verschrecken…

Tyler The Creator, Earl Sweatshirt und die Odd Future Wolf Gang Kill Them All crew (Tumblr)

odd future

Ein blutjunges Kollektiv aus Los Angeles schickt sich an, Hip-Hop wieder seine Härte zurückzugeben. Ganz unproblematisch ist es nicht, was die Odd Future Wolf Gang Kill Them All Crew (!) von sich gibt, Misogynie, Homophobie sind reichlich am Start und das Augenzwinkern schwer zu entdecken – wohl aber der Wille zur Provokation. Einen kleinen Riot wollen Odd Future starten und erzählen Mordsgeschichten, um Eltern zu erschrecken und die Hip-Hop-Altstars zu verstören, die Tyler (19 Jahre alt) nur als “40 year old rappers rapping about Gucci” disst.
Während Tyler, The Creator mit seinem ersten Mixtape “Bastard” für Aufsehen sorgte, ist es Kollege Earl Sweatshirts (17 Jahre alt) Video zu “Earl”, das bisher wohl die größten Wellen bisher schlug – hat sich doch jüngst erst Angus Andrew von den Liars als großer Fan geoutet. Von der Gruppe Skatepunk-Hiphoppern um Tyler und Earl wird man noch viel hören, bezeichnet sich doch Earl nicht zu Unrecht als “reincarnation of ’98 Eminem”.

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25.01.2011 von Christian Ihle
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Schmähkritik (389): Stieg Larsson und die Verfilmung von “Verblendung”

von Christian Ihle

“Thriller leben von plötzlichen Wendungen. So unerwartet, wie die Szene, in der sich die Rätsel in Stieg Larssons “Verblendung” aufhellen, kam ein Überraschungsmoment allerdings selten: Knapp vierhundert Seiten lang versucht der Journalist Mikael Blomkvist eine brauchbare Spur zu finden, die ihn weiterbringt auf der Suche nach der seit Jahrzehnten verschwundenen Industriellentochter Harriet Vanger. (…)
Da kommt seine Tochter Pernilla zu Besuch, schaut einmal auf einen Zettel, der über Blomkvists Schreibtisch hängt – und präsentiert ihm, ohne es zu ahnen, die Lösung fast aller Rätsel. Kluges Kind! Der Pisa-Vorsprung der Skandinavier zeitigt eben auch kriminalistische Folgen. Dass Blomkvist den von Pernilla beiläufig bei der Verabschiedung auf dem Bahnsteig hingeworfenen Halbsatz überhaupt zu deuten weiß, kann dabei fast schon als eine weitere Meisterleistung der Dechiffrierkunst gelten. Der für die Aufklärung des Falls entscheidende Moment ist eine der zentralen Konstruktionsschwächen von Stieg Larssons Buch – warum hunderte Seiten Vorgeschichte und hunderte Seiten Auflösung, wenn es so einfach geht?
(…)
Die Fernsehfassung der “Millennium”-Trilogie ist kein director’s cut, anders als beispielsweise in Francis Ford Coppolas “Apocalypse Now Redux” gibt es keine Szenen, die der Geschichte einen neuen Reiz verleihen. Die Macher des Sechsteilers haben lediglich das von der Wissenschaft künftig als Larsson-Paradoxon zu bezeichnende Axiom, das den drei Büchern zu Grunde liegt, konsequent umgesetzt: größtmögliche Ausführlichkeit bei größtmöglicher Kürze. Auch … weiter lesen

24.01.2011 von Christian Ihle
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2011 – I Predict A Riot (Teil 7: Punk)

von Christian Ihle

So wenig man The Exploited auch je ernst nehmen konnte, mit einem hatten sie wohl doch recht: Punk ist nicht tot, auch in diesem Jahr noch nicht. Vier Kandidaten für Punk, Abschlußklasse 2011.

Cerebral Ballzy (MySpace)

cerebral ballzy

In guter Punktradition zeugt der Bandname von schlechtem Geschmack. Aber Cerebral Ballzy wird man auch weder seinen Eltern vorspielen noch der Angebeteten als Hochzeitskapelle vorschlagen. Stattdessen wird man sich an das Prinzip Bierdusche erinnern, dem eigenen Alter nicht mehr gemäß auf Tanzflächen wild auf- und abspringen und Sätze wie “Don’t Tell Me What To Do!” brüllen. Kurz, wunderbar adoleszenter Neigungen nachgeben und den pubertären Punk genießen. Wenn das Debütalbum auch nur annähernd so gut ist wie A- und B-Seite der ersten Single, dann hat man endlich einen Nachfolger für Fucked Up gefunden, nachdem die Kanadier sich mit dem letzten Album ja etwas aus der wilden Brüllerei verabschiedet haben. Die größte Punkhoffnung des Jahres!

Anhören:
* Insufficient Fare
* Don’t Tell Me What To Do

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Flats (MySpace)

flats

Gut vernetzt ist die Punkband Flats aus London, die vor allem im dortigen Hipster-Bezirk Shoreditch ihre ersten Auftritte hatte. Die Debüt-EP wurde kurioserweise von Jamie Reynolds von den Klaxons produziert und ist eine klare Ansage hinsichtlich Kürze, Härte und Prägnanz. Für einen größeren Erfolg außerhalb der Punkzirkel fehlen den Flats bisher noch die Melodien, aber wie man hört, soll das Debütalbum weniger eindimensional werden und sich den einen oder anderen Trick von Comanechi … weiter lesen

23.01.2011 von Christian Ihle
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Don’t Mention The War (21): Nicky Wire (Manic Street Preachers) über die Krautrock-Band Cluster

von Christian Ihle

Der Songwriter der Manic Street Preachers, Nicky Wire, über das Album “Zuckerzeit” der deutschen Krautrock-Band Cluster:

“I’m fascinated and obsessed by the whole Krautrock era, how so much creativity can come from an idea. And the way that so many bands can splinter into each other – from Neu! to Harmonia to Cluster – but all of them sound different. You can see why Bowie was listening to so much stuff in the mid-70′s. There’s a track on “Zuckerzeit” called “Caramel” that I think Damon Albarn might have nicked for the Blur track of the same name on “13″. So many of the drum sounds you can hear on anything on Warp Records, but the genius of it is that it’s all done organically, with people messing around with boxes and wires.”

(Nicky Wire im NME über Cluster und die Krautrockzeit)


Don’t Mention The War: eine kleine
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21.01.2011 von Christian Ihle
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My Favourite Records mit den Beatsteaks

von Christian Ihle

Auch schon 14 Jahre ist es her seit die Beatsteaks ihr erstes Album veröffentlicht haben. Die Berliner waren eine der ganz wenigen deutschen Bands, die es auf der renommierte US-Punk-Label Epitaph geschafft hatten und sind spätestens seit ihrem 2004er Album “Smack Smash” genuine Rockstars. Auf jenem Album war schon eine Ode an Joe Strummer versteckt, so dass wir ordentlich The-Clash-Antworten bei den Lieblingsplattenfragen erwarten!

* Die drei besten Punksongs/-singles?

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** “Tommy Gun” von The Clash
** “Teenage Kicks” von Undertones,
** und irgendein Song von den Ramones.

* Ein Song, der dich immer zum Tanzen bringt?

Das ist “Rock the Casbah” von The Clash … oder ne, der beste Song, der mich eigentlich immer zum Tanzen bring ist “My Generation” von The Who: … weiter lesen

20.01.2011 von Christian Ihle
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Die DDR, Diskotanz und der SPU, der Schallplattenunterhalter

von Christian Ihle

“Ich glaube, bevor man an die Frage einer Gestaltung eines Themas in der Diskothek herangeht, muss man erstmal anfangen, was will ich?! im Sinne der Zielstellung auf die Möglichkeiten echt selbstkritisch einschätzen!”

“Eine Diskothek ist natürlich nie das Gremium, in dem eine Frage ausdiskutiert wird, es werden dort Fragen aufgeworfen und natürlich die Freunde angeregt.”

“Man muss beide Dinge, Diskothek und Thema, adäquat in der Qualität versuchen an den Mann zu bringen.”

Kaffeeklatsch bei Diederichsens daheim? Nein, eine Diskussionsrunde unter DDR-DJs, entschuldigung, DDR-SPUs!

Seht selbst:

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19.01.2011 von Christian Ihle
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Schmähkritik (388): Vanessa Beecroft

von Christian Ihle

Die FAZ schreibt über die Künstlerin Vanessa Beecroft, die mit tableaux vivants nackter Menschen zu einigem Ruhm gekommen ist:

“Die Künstlerin Vanessa Beecroft kann, wie der Schlagerkomponist Dieter Bohlen, auf ein Werk zurückblicken, das im Wesentlichen auf der Endlosvariation eines recht einfachen Grundmotivs beruht. In ihrem Fall sind das Auftritte von mehr oder weniger nackten Frauen, die bedeutungsvoll schweigend in Museumsräumen liegen oder stehen. (…)

Wo immer Beecroft anrückt, ist auch eine Armee von Interpreten nicht weit, die den Auftritt der Frauen als bewusstseinsschärfendes Kunsterlebnis feiern: Beecrofts meist unbekleidete Frauen, heißt es etwa in dem von Uta Grosenick herausgegebenen Kunstführer „Art Now“, „stellen eine Reihe beunruhigender Fragen bezüglich Voyeurismus, Sexualität“, anderswo heißt es, Beecroft „hinterfrage“ unsere Schönheitsideale. Aber: Was war zum Beispiel die „Hinterfragung“, der kritische Erkenntnisgewinn (und was folgte an Bewusstseins- und Handlungsänderungen daraus), als Vanessa Beecroft im Auftrag des Luxusherstellers Louis Vuitton 2006 zur Eröffnung eines neuen Ladens hell- und dunkelhäutige nackte Modells so drapierte, dass ihre Körper die Initialen „LV“ ergaben?

Jeder Schaufensterdekorateur wäre, hätte er eine solche Idee ernsthaft vorgetragen, zu Recht hochkant rausgeschmissen worden. Bei Beecroft aber hieß es: Nein, nein – das hier sieht vielleicht aus wie eine rassistische, frauenfeindliche Dekoration, ist aber ein Kunstwerk, … weiter lesen