31.03.2009 von Christian Ihle
Was dreht sich eigentlich so auf den Plattentellern des Popblogs, losgelöst von allen Release-Notwendigkeiten? On My Stereo:
Chairlift – Bruises (2008)
Einer der besten Songs, den 2008 auf den Teller gelegt hatte. Etwas überraschend, dass Apple ein Lied, das so explizit auf eher roughere sexuellen Vorlieben verweist (“I got bruises on my knees for you / And grass stains on my knees for you / Got holes in my new jeans for you / Got pink and black and blue”) für seine Werbespots verwendet, aber das soll uns nur recht sein.
Wire – Outdoor Miner (1978)
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30.03.2009 von Christian Ihle
Gene “ich habe mit 3000 Frauen geschlafen und ich habe die Polaroids um es zu beweisen” Simmons of Kiss-Fame gibt im britischen Musikmagazin Q einige gute Tipps, wie man denn selbst ein kleiner Gene Simmons werden kann. Einen wichtigen Hinweis hat er an alle Nachwuchswomanizer hinsichtlich der Beleuchtung während des Aktes:
“You should try to keep the lights down low for her benefit. Lighting is everything for a woman because she wants to feel desirable. Candles are a good alternative to lighting.
Men, on the other hand, don’t care. You can shine a flashlight in my face and make me look like Boris Karloff if you want.”
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29.03.2009 von Christian Ihle
“Für eine Band, die gern mit ihrer Vorliebe für Dada, Disko und Design kokettiert und deren Videos zu den Besten ihrer Art gehören, ist das Konzert in der ausverkauften Columbiahalle enttäuschend. Die meisten Songs des aktuellen Albums werden von einer lieblosen Videoprojektion übersuppt, die überlebensgroß hinter die Band projiziert wird. Beim ziemlich fetzigen „No You Girls“ sieht man Klimperwimpern in Weichzeichneroptik und geschminkte Frauenlippen, die an einem Strohhalm saugen. Das soll wohl sexy aussehen, wirkt aber wie ein abgelehnter Werbespot für Instant-Eiskaffee. Bei „Twilight Omens“ fliegen Tauben durchs Bild, die aussehen wie die Seminarbeit eines Anfängerkurses für digitale Animation. Später wird man mit Katzenaugen und blinkenden Pyramiden konfrontiert, beim langweiligen „Turn it on“ posiert die Band für die Kamera, sie fuchteln mit ihren Händen herum wie David Copperfield in seinen besten Jahren. … weiter lesen
28.03.2009 von Christian Ihle
“(…) Dumme Frage, Tim K. “liebte” doch auch diese ganzen “Computerspiele”, und da kann man mal sehen, wohin das führt und woher so was kommt. Erst “duschen” sich die “Jugendlichen” vor lauter Gedaddel nur noch “alle zwei Wochen”, trinken nur noch “Cola light” statt selbst gepressten Orangensaft und essen “Pizza”, wovon sie Pickel bekommen und Ränder unter den Augen, und der Rest ergibt sich dann wie von selbst: schlechte Noten, Vereinsamung, Massaker.
Eine noch dümmere Frage wäre, nebenbei bemerkt, ob so ein schicker Auftritt auf dem Spiegel-Titel für labile Jugendliche mit Ich-Schwäche nicht auch ein entscheidender Anreiz zum Amoklauf sein könnte. Aber das fragen wir besser mal nicht, das führt zu weit, nämlich zu öden Diskussionen über den Bildungsnotstand oder die journalistische Ethik. Selten jedenfalls ist nach einem Ereignis, bei dem es so wenig zu verstehen gibt, die öffentliche Debatte so schnell ins Groteske und Ärgerliche verrutscht wie in diesem Fall. … weiter lesen
27.03.2009 von Christian Ihle
“Is Liam mental? Of course he is. Just look at his hair.”
(Noel Gallagher im Q Magazine über die Frisur und die neuen Koteletten seines Bruders – passend zu der Diskussion, die die SpiegelOnline Schmähkritik über Oasis in den Kommentaren ausgelöst hatte) … weiter lesen
27.03.2009 von Christian Ihle
Jaja, ich weiß, beim Folgenden handelt es sich nun nicht um das allerneueste Video, aber da am Wochenende die englische Nationalmannschaft ihr neues Trikot vorstellen wird – und Kapitän John Terry auf den vorab im Netz kursierenden Fotos wie der Alkoholiker in seinen Frühvierzigern aussieht, der er in ein paar Jahren sein wird – wollte ich noch einmal auf den humoresken Höhepunkt des Sportjahres 2008 hinweisen: der FC Bayern stellt, zurückhaltend und bescheiden wie man die Kameraden aus dem Süden kennt, sein neues Trikot für die aktuelle Saison vor:
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26.03.2009 von Christian Ihle
“Omnibus ins Nirgendwo: In dem Episodenfilm “Deutschland 09″ wollten 13 namhafte, junge Regisseure die aktuelle Lage der Nation erörtern – rausgekommen sind 150 Minuten voll Banalität, Eitelkeit und Retro-Gags. Eine traurige “Nonstop Nonsens”-Version des deutschen Autorenkinos.
(…)
Doch in den deutschen Short Cuts anno 2009 sucht man vergeblich die gefährliche Präsenz eines Fassbinders, der an seinem nackten Genital reibend über die Negativkraftströme jener Zeit reflektiert.
Übrig geblieben ist dafür Onanie pur. Zum Beispiel der Beitrag von “Parfum”-Schöpfer Tom Tykwer, der in “Feierlich reist” einen Business-Mann durch die gleichgeschaltete Welt von Starbucks und Co. schickt: Globalisierungskritik als narzistisches Schnittgewitter. Man arbeitet mit den gleichen Techniken, die man zu kritisieren vorgibt. Subversion sucht der Zuschauer vergeblich: Opas Kino ist zurück, es wurde allerdings teuer einparfümiert. … weiter lesen
25.03.2009 von Christian Ihle
24. März 2009, Wire in Live At Dot, Berlin

Es ist immer irritierend, eine Band in ihren späteren Lebensjahren auf der Bühne zu sehen, die so untrennbar mit der Entwicklung eines Sounds verbunden war, der Jugend symbolisierte: Punk.
So auch heute die Post-Punk-Heroen von Wire. Die drei aus der Originalformation verbliebenen Briten ähneln deinem verdatterten Mathematiklehrer (Sänger Colin Newman), Wayne Rooneys Vater (Bassist Graham Lewis) oder gar dem Orakel von Twin Peaks (Drummer Robert Gotobed). Doch einen immensen Vorteil haben Wire im Gegensatz zu anderen Punkbands der End-70er wie beispielsweise den Undertones: ihr kompromissloser Art-School-Punk sprach schon immer den über 30jährigen Brillenträger mindestens genauso an wie den 16jährigen Bierflaschenindieluftrecker, wahrscheinlich sogar mehr. Und man kann sicherlich mit 50 Jahren “The time is too short but never too long to reach ahead / to project the image, which will in time become a concrete dream” mit mehr Würde als „I wanna hold her tight / Get teenage kicks right through the night“ singen.
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24.03.2009 von Christian Ihle
In unregelmäßiger Folge zitiert das Popblog die beiden größten Aphoristiker Großbritanniens, Oasis’ Liam und Noel Gallagher. Des Popblogs Kalendersprüche, wenn man so will.
“I am a cunt. I can be the biggest cunt in the world, but I can also be the most spectacular person ever made. Depends.”
(Liam Gallagher)
23.03.2009 von Christian Ihle
“Es gibt genügend Popmusiker, die sich in ihrem Image vom bösen Mann sonnen, und es spricht für den Menschen Wasiem Taha, dass er unter seiner düsteren öffentlichen Persona in den vergangenen Monaten immer stärker gelitten hat. Es galt, dieses Monster nun wieder einzufangen. Wenn man seine neue CD aufklappt, blickt man auf eine Schwarzweiß-Fotografie des Rappers. Ja, die Tätowierungen sind da, und man ahnt die Muskeln. Doch das Gesicht strahlt die Seligkeit eines Jungen aus, dem die Mutter noch einen Nachschlag seines Lieblingsdesserts serviert hat.”
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