Archive for the ‘It’s only Fußball (but I like it)’ Category

08.01.2013 von Christian Ihle
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Peter Neururer: Aus dem Leben eines Bundesligatrainers

von Christian Ihle

Die Peter-Neururer-Biographie beginnt, wie man sich den Anfang einer Geschichte über den alten Ruhrpotthund immer gewünscht hatte: verrauchte Hinterzimmer, Laissez-faire-Lebensweise, Pokertische, hohe Wetteinsätze, kleine & große Katastrophen, aber vor allem: Aufstehen, wenn man auf die Fresse geflogen ist.




So nimmt die Geschichte des Bundesligatrainers Peter Neururer ihren Anfang mit einer sechsstelligen Summe an Wettschulden, die Neururer in den 80ern an einem einzigen Abend anhäufte, als er die Quartalseinnahmen aus seinen beiden Tennisschulen auf den Wetttisch gelegt hatte (wobei ein kurzes Überschlagen der Summen nach all den Informationen, die im Text gegeben sind, einen rätseln lassen, wieviele Stunden der Tennistrainertag des Studenten Neururers gehabt haben möge – oder welch astronomischen Summen im Ruhrpott vor dreißig Jahren für eine Stunde Tennistraining gezahlt worden sind… Auch wenn man mit einiger Überraschung liest, dass Neururer ein so talentierter Tennisspieler war, dass er tatsächlich… weiter lesen

05.06.2012 von Christian Ihle
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Das FC 45 – Blog: Alle Fußball-Singles ever!

von Christian Ihle

Da hat sich jemand aber eine schöne Mühe gegeben: Das Blog “FC 45” sammelt und digitalisiert alle Platten mit Fußballbezug.





Es finden sich darunter Klassiker wie “Das Fußball-Lied” von Tennessee von 1984 genauso wie natürlich die vielen Grausamkeiten, die unter dem Nationalmannschaftstrikotdeckmäntelchen auf Vinyl gepresst wurde, so zum Beispiel “Heute bringe ich dir ein Ständchen” / “Frohsinn und Gemütlichkeit”, das das 1973er Nationalteam verbrochen hat.





Eine besondere Freude ist die Kategorie “Singende Fußballer”, wo sich Knaller von Stephan Engels & Paul Steiner genauso wiederfinden wie die unvergessenen “Die gnadenlosen Drei” vom FC St. Pauli (Carsten Pröpper, Andreas Meyer und Martin Driller, übrigens) – oder die “Hertha Boys” um Andreas Thom, Jolly Sverrisson, Sixten Veit und Michael Preetz, der damit beweist, dass er auch schon… weiter lesen

04.06.2012 von Christian Ihle
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Fußballblogs und ein EM-Sonderheft

von Christian Ihle

Es sind zwei interessante Neuzugänge in der deutschsprachigen Fußball-Blog-Welt zu verzeichnen. Während die meisten Blogs dieses Genres einem Vereinsstammtisch (mit ähnlichem Niveau und ebensolcher Einseitigkeit) gleichen oder sich auf Kuriositäten beschränken (wie das unterhaltsame Blog Scudetto von Ben Redelings), damit aber mehr einer Youtube-Highlights-Show ähneln als ein textlich anspruchsvolles Programm bieten, haben sich mit “Dembowski ermittelt” und “Spielverlagerung” zwei für den deutschen Markt ungewöhnliche – und sehr unterschiedliche – Blogs etabliert.


dembowski


Das Dortmunder Blog “Dembowski” ist dabei sicher das kuriosere, handelt es doch von den Erlebnissen eines “Ermittlers” und von Lokaljournalisten der fiktiven Zeitung “Der Samstag”, bespricht dabei aber reale Gegebenheiten der Bundesliga und des Dortmunder Fan-Daseins. Dembowski hängt im Prekariat fest und in Eckkneipen ab, erduldet aber sein Leben mit Working-Class-Würde und Bier, viel Bier. Dass Dembowski im letzten Jahr aus seinem Dortmunder Revier… weiter lesen

10.04.2012 von Christian Ihle
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Schmähkritik (489): Michael Frontzeck

von Christian Ihle

Das britische Fußballmagazin “Four Four Two” hat in seiner jüngsten Ausgabe den jeweils besten und schlechtesten Ausländer aller Zeiten eines jeden britischen Profivereins gekürt.

Der einzige deutsche Spieler, der den Sprung in diese Auswahl geschafft hat, ist der ehemalige Gladbacher – und 19malige Nationalspieler – Michael Frontzeck, der jüngst auch als Trainer gescheitert ist.

So hat Frontzeck die zweifelhafte Ehre offiziell als schlechtester ausländischer Spieler in der langen, ruhmreichen Geschichte von Manchester City zu gelten:





Deutsche Spieler finden sonst keine Aufnahme in die Liste von Four Four Two, aber dafür einige Spieler, die ebenfalls in der Bundesliga gespielt haben:


Bester Ausländer seines Clubs:


- Jay-Jay Okocha für Bolton Wanderers (145 Spiele / 18 Tore für Bolton und 90 Spiele / 16 Tore für Eintracht Frankfurt)
“For the exuberance, skill and plain-faced cheek of his play, and most importantly the joy and pride he brought to Trotters fans, no foreign player can top Jay-Jay “so good they named him twice” Okocha.”


- Sami Hyypiä für FC Liverpool (462 Spiele / 35 Tore für Liverpool und 53 Spiele / 3 Tore in Leverkusen)
“The towering Finn will go down as Liverpool’s best-ever value signing; his unheralded arrival from Willem II for 2,6 Million immediately shored up a decade-long leaky defence. The centre-back won every trophy bar the Premier League title in his 10-year-spell with the Reds, co -captaining the team to a 2001 treble and forming a key part of that heroic Istanbul side.”


- Jan Aage Fjörtoft für Swindon Town (87 Spiele / 39 Tore für Swindon und 52 Spiele / 14 Tore für Eintracht Frankfurt): “the rangy Norwegian made a slow start to life at the County Ground but went on to bag 17 in 93/94 including a treble versus Coventry.”


- Brian Laudrup für Glasgow Rangers (147 Spiele / 41 Tore für Glasgow und 87 Spiele / 17 Tore für Uerdingen und Bayern München): “Extravagantly talented, deceptively strong and ruthless in front of goal, Laudrup was rescued from Serie A for just 2,3 Million. It was a move to mirror Thierry Henry’s rebirth at Arsenal and will surely go down as Walter Smith’s best piece of business. The Dane helped Rangers dominate Scottish football throughout the 90s, mixing on-field grace with off-field humility in a way even Celtic fans had to respect… grudgingly.”




Schlechtester Ausländer seines Clubs:


- Jesper Gronkjaer für Birmingham City (18 Spiele / 1 Tor für Birmingham und 25 Spiele / 0 Tore in Deutschland/VfB Stuttgart): “the pacy dane flopped, scoring just once in the League Cup”


- Sergej Yuran für FC Millwall (13 Spiele / 1 Tor für Millwall und 39 Spiele / 9 Tore für Fortuna Düsseldorf und VfL Bochum): “The Lions faithfull couldn’t believe their luck when they beat Barca to the signing of Yuran in 1996, along with fellow russian international Vasili Kulkov. Singling out one of the overweight pair is a tough call, but Yuran (or “Urine” as Millwall fans were soon calling him) nicks it for his total apathy towards doing his job – not to mention a drink-driving conviction. “He was an embarrassement to himself”, said Millwall boss Jimmy Nicholl.” – direkt nach seiner Zeit bei Millwall wechselte der russische Büffel übrigens zu Fortuna Düsseldorf, ohne dort für viel mehr Angst & Schrecken sorgen zu können. Verblüffenderweise wurde er danach dennoch vom VfL Bochum verpflichtet.


- Morike Sako für Rochdale (20 Spiele / 3 Tore für Rochdale und 71 Spiele / 8 Tore für FC St. Pauli): “the 6ft 7inch Frenchman was averse to winning headers. Upon release, he joined eccentrics St. Pauli.”


- Taribo West für Plymouth Argyle (5 Spiele / 0 Tore für Plymouth und 10 Spiele / 0 Tore für den 1. FC Kaiserslautern): “Signed to fanfare, the 31-year-old Nigerian’s contract was terminated after 5 abject displays amid a hail of rumours about his true age.”

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10.07.2011 von Christian Ihle
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Schmähkritik (424): Die deutsche Frauenfußball-Nationalmannschaft

von Christian Ihle

Deniz Yücel in seiner TAZ-Kolumne zur Fußball-Frauen-WM über das frühzeitige Ausscheiden der Nationalmannschaft:

Schämt euch, ihr Schlampen!

WIR hatten einen Traum: Bei der schärfsten Weltmeisterschaft der Welt in unserem Zauber-Land wollten WIR nicht nur Weltmeister der Herzen und Weltmeisterschafts-Ausrichtungs-Weltmeitster werden, sondern – endlich, endlich, endlich, nach 21 qualvollen Jahren des Wartens! – Weltmeister der Welten! Die ganze Welt hat uns das gegönnt, die ganze Welt hat uns die Daumen gedrückt, die ganze Welt war mit UNS! Heute waren wir alle Mädchen. Und dann das…

WIR hatten einen Traum. IHR habt mit EURER Schlamperei UNSEREN Traum vermasselt, vergeigt, vergurkt, verschlampt, zerstört, getötet, abgeschlachtet, vernichtet! Die herzlosen Versagerinnen, die es niemals, niemals, niemals wert gewesen wären, in UNSEREM Namen aufzulaufen, in der objektiven Einzel-Kritik:

Nadine Schlamperer (32): Unser Zauber-Land ist stolz auf Sepp Maier (jetzt 67), Toni Schumacher (57), Oliver Kahn (42), die ganze Welt beneidet uns um diese Tor-Titanen. Hätten sie jemals ihr Tor so schlampig gehütet, sich je so nass machen lassen?

Linda Schlampsonik (27): 1,70m, 60kg, verschlampt trotzdem den Ball gegen Mini-Japsin Iwashimizu (24/1,62/54). Wieso trägt DIE die Nummer Zehn?

Schlampnike Krahn (26): Immer, wenn sie in die Nähe des Balls kommt, herrscht Torgefahr – vor UNSEREM Tor! So eine Schlamperei können WIR uns nicht leisten! … weiter lesen

27.06.2011 von Christian Ihle
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Ansgar Brinkmann: Der weisse Brasilianer

von Christian Ihle

Wenn ein Fußballprofi nach dem Ende seiner Karriere eine Biographie veröffentlicht, hat er normalerweise eine Weltmeisterschaft gewonnen (Franz Beckenbauer) oder wenigstens eigenhändig eine WM verloren (Oliver Kahn). Ansgar Brinkmanns größter Erfolg ist dagegen eine deutsche Jugendmeisterschaft mit selig Bayer Uerdingen.

ansgar brinkmann

Dass Brinkmann dennoch interessant genug erscheint, sein Leben erzählen zu dürfen, liegt daran, einer der oft vermissten “Typen” im deutschen Fußball zu sein. Dass er dazu noch stolz seinen Spitznamen “Der weiße Brasilianer” trägt und zu Zeiten, als die Zweite Liga noch unter dem Kosenamen “Klopperliga” firmierte, spielerischen Glanz in die unwahrscheinlichsten Ecken Deutschlands brachte – Osnabrück! Gütersloh! – macht ihn tatsächlich zu einem bemerkenswerten Fall.

Aber sind wir ehrlich: der einzige Grund, warum Brinkmann seine Karriere in Buchform präsentieren darf, ist seine außergewöhnliche Eskapadenschlagzahl. … weiter lesen

18.05.2011 von Christian Ihle
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Wie man einen Titel feiert – und wie nicht: Von betreutem Kotzen zu Pokalunfällen.

von Christian Ihle

Dieser Tage werden im Sport die Trophäen im Dutzend ausgegeben. Es enden die Fußballmeisterschaften, finden Pokalendspiele statt und am letzten Wochende wurde zudem der Eishockey-Weltmeisterschaftstitel überraschend nach Finnland vergeben.

So ergibt sich eine schöne Häufung von Siegesszenen, die allesamt auf ihre Art kurios sind. Während man in Madrid gerne mal den Pokal fallen und ihn dann noch vom eigenen Bus überrollen lässt…

real

… denkt man sich in Amsterdam nach sieben langen titellosen Jahren, was Real kann, können wir auch und lässt ebenfalls die Trophäe vom Bus fallen. Schöner Nebeneffekt: hier wird die Schale nicht vom Bus überrollt, sondern von einem begeisterten Fan aufgenommen, der auf nimmerwiedersehen euphorisiert von dannen zieht:

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Nachdem man schon kurz davor ist, sich zu fragen, ob man Fußballspieler tatsächlich bisher gar überschätzt hat und die Typen sogar zu dumm sind, eine Trophäe in die Luft zu halten, retten einen wieder die Jungs der Borussia.

Dass es in Dortmund volkstümlicher als bei Real Madrid oder Ajax Amsterdam zugeht, ist keine Neuigkeit, aber bei den jüngsten Feierlichkeiten noch einmal unterstrichen worden. Neven Subotic, der serbische Innenverteidiger, fuhr nach dem vorzeitigen Meistertitel gegen Nürnberg oben ohne mit seinem Auto durch Dortmund und hielt bei jeder Gruppe BVB-Fans an, um zu feiern, zu singen und auf seinem Autodach zu tanzen (was er gleich auch noch auf seinem Handy … weiter lesen

14.04.2011 von Christian Ihle
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UEFA Cup Finale: FC Schalke 04 – Interpol

von Christian Ihle

Gewinnfragen der Fernsehsender bei Fußballspielen sind ein Graus, weil man das Gefühl nicht los wird, vom Sender für total doof gehalten zu werden. Doch gestern hatte Sat1 für alle Indie-Fans ein besonderes Schmankerl bereit gestellt.

Muss man normalerweise Fragen wie “Wer wurde 2010 Deutscher Meister? a) Bayern München b) Real Madrid” beantworten, hatte sich Sat1 beim gestrigen Champions-League-Spiel zwischen Schalke und Inter Mailand an das große UEFA-Cup-Finale von 1997 angelehnt, das die beiden Mannschaften ebenfalls bestritten hatten.

Schalke Interpol

Als Antwort-Alternative wurde dieses mal aber nicht Borussia Dortmund oder der FC Barcelona ins Spiel gebracht, sondern die Indierocker von Interpol – was natürlich auch die Songs auf deren Debütalbum endlich in einem anderen Licht erscheinen lässt. So wird klar, warum die Demoversion eines ihrer besten Songs den kryptischen Titel “Schalke was a diver and she was always down” hatte und wer mit den Liedern “Obstacle 1″ (Yves Eigenrauch) und “Obstacle 2″ (Johan de Kock) wirklich gemeint war…

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30.10.2010 von Christian Ihle
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…die sind eben so: Dortmund – Schalke, 1983

von Christian Ihle

Subkulturen im Ruhrgebiet der frühen 80er! Ein weites Feld. Nachdem wir uns kürzlich ausführlich mit Punks in Duisburg 1981 beschäftigt haben, werfen wir einen Blick auf Dortmund- und Schalke-Fans 1983. Wobei sich eventuell die Frage stellt, ob man überhaupt von Subkultur sprechen kann… Stilistisch oftmals atemberaubend, finden sich schöne O-Töne (“Mein Name ist Uwe, von Beruf asozial. Wir sind an Karfreitag gegründet worden, weil da eh nichts los war und der Hund begraben war.”) und ein zunächst faszinierendes Länderrätsel, das sich bei weiterem Nachdenken in Wohlgefallen auflöst.

Nachdem der Herr Schnauzbart sein Fußballfanstatement vor einem Banner mit dem Union Jack gegeben hat…

…auf dem “RUSSENFRONT” stand, war ich zunächst verblüfft: welches politische Statement soll sich hinter dieser seltsamen Allianz aus Großbritannien und Russland verbergen, das zudem mit der fragwürdigen Gestaltung der beiden “S” auf dem RUSSENFRONT-Banner einherging? Bis mir auffiel, dass sich nicht Borussen-Uwe ein wirres Banner zusammengestickt hat,… weiter lesen

12.08.2010 von Christian Ihle
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Kasabian > Englische Fußballnationalmannschaft

von Christian Ihle

Vielleicht sollte Fabio Capello beim nächsten Turnier für die englische Fußballnationalmannschaft statt der üblichen Ansammlung an leidlich motivierten Profifußballern, denen in Elfmeterschießen gnadenlos die Nerven versagen, einfach eine Auswahl an Rocknrollern auf den Platz schicken.
Bekannt ist ja bereits, dass Pete Doherty nicht nur mit 15 ein Fanzine für die Queens Park Rangers geschrieben hat, sondern auch überraschend fit beim alljährlichen Pop-Fußball-Turnier über den Platz rennt und dass selbst Damon Albarn zu Britpopzeiten gern gegen den Ball trat, aber ohne Zweifel die beeindruckendste Performance eines Rockmusikers ever dürfte Serge Kasabians Auftritt bei der britischen Variante des guten alten Sportstudio-Torwandschießen darstellen. Nicht nur, dass er schön in Rocker Boots gegen den Ball tritt und diesen 1a versenkt, nein, der Gute zaubert ihn auch noch zuvor zu einem Volleyschuß in die Luft. MDMAZING!

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