04.02.2012 von Christian Ihle
“Berlin sei die Stadt mit der meisten Energie der Welt, hat Nick Jones festgestellt, Gründer und Chef der Soho-House-Gruppe. Das ist nett, aber falsch. So was kann nur ein Zugereister sagen. Berlin schläft nie – aber besonders energiegeladen ist es nicht. Zürich zum Beispiel ist viel schneller, aktiver, hektischer als Berlin. Berlin ist wie ein immerwacher Punk, der dir ständig erzählt, was er morgen so alles vorhat.”
(Der Autor Philipp Tingler über Berlin in einer Reportage über das Soho House in Berlin im Business Punk Magazin)
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02.02.2012 von Christian Ihle
“Die Frisurenbuben aus Schweden mit einem so überflüssigen wie karriereumspannenden Überblick über ihren Resterampen-Indierock. Beim Durchhören des Albums kann man sich kaum des Eindrucks erwehren, hier beispielhaft den Niedergang der Indie-Kultur in den letzten zehn Jahren vorgeführt zu bekommen. Man kann sich aber auch zehn Kannen Bier in den Kopf stellen und die Labsale solch ungelenker Bremsbirnen-Zeilen wie „I’m falling in love with your favorite song /
I’m gonna sing it all night long” genießen. Oder erneut feststellen, dass der just zitierte Song klingt wie Tom Jones’ in Flammen stehender Toilettenvorleger. Für alle, die nach „Schlag den Raab” noch die Ikeamöbel beiseite schieben wollen, um zuhause ein bisschen zu schwofen. Faszinierend banal.”
(Dieser wundervolle Verriss findet sich in Eric Pfeils FAZ-Blog)
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31.01.2012 von Christian Ihle

Zu seinen besten Zeiten (“Monaco Franze”!) war Helmut Dietl sicher einer der scharfsinnigsten und amüsantesten Beobachter des Landes. Nun kommt sein neuer, gemeinsam mit Benjamin von Stuckrad-Barre geschriebener Spielfilm “Zettl” in die Kinos, der grob da weiter macht, wo einst “Kir Royal” stehen geblieben war.
Dass im alten Dietl immer noch hintersinniger Witz steckt, zeigt er jedenfalls in einem Interview mit dem SPIEGEL, in dem er sehr geschickt – a propos of nothing – einen subtilen Seitenhieb über seine Entdeckung Veronica Ferres versteckt:
Helmut Dietl: “Ich kenne Bettina Wulff. Sie ist sehr nett, ich habe sie auf Partys getroffen.”
SPIEGEL: Darf man eigentlich fragen, ob unsere First Lady sexy ist?
Dietl: “Weiß ich nicht. Ich persönlich finde sie sexy. Aber ich kann mich täuschen, ich habe ja auch Veronica Ferres schon mal sexy gefunden.”
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25.01.2012 von Christian Ihle

“As for Mr. Sandler, I have always been interested in what he would do next, and I suppose I still am, especially if what he does next is retire.”
… so einer der renommiertesten Filmkritiker Amerikas, A.O. Scott von der New York Times, nach Ansicht von Sandlers neuem Film “Jack & Jill”, der nun offiziell zu den schlechtesten Filmen der Neuzeit gezählt werden darf, hat er doch in seiner Startwoche auf dem Meta-Filmkritiken-Portal Rotten Tomatoes eine Durchschnittsnote aus allen Besprechungen von 3 Punkten erzielt. Von 100 möglichen.
Ein Best Of aus einigen anderen Kritiken:
“Directed by another longtime cohort, Dennis Dugan (“Grown Ups’’) with all the skill of a blind parking lot attendant, the latest in a string of shapeless, overproduced Sandler messes is even worse than the appalling “Just Go With It” (which humiliated another Oscar winner, Nicole Kidman) earlier this year.”
(Lou Lumenick, New York Post)
“The pic’s general stupidity, careless direction and reliance on a single-joke premise that was never really funny to begin with are only the most obvious of its problems.”
(Andrew Barker, Variety)
“More than 24 hours has passed since I watched the new Adam Sandler movie “Jack and Jill” and I am still dead inside. It made me feel as if comedy itself were a dirty thing.”
(Mary Pols im TIME Magazine)
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24.01.2012 von Christian Ihle
“Das schlechteste Konzert des Jahres: Mark Knopfler in der Mehrzweckhalle. Unausstehlich in seiner Mischung aus biederer Gelacktheit und angeberischer Virtuosität. Hier war alles falsch, was an Popmusik überhaupt nur falsch sein kann.”
(…)
“…weichlichen Herumgedaddel auf sehr teuren Gitarren mit viel zu viel Hall und viel zu wenig musikalischen Ideen; eine Musik, die auch dadurch nicht besser wird, dass Knopfler sie in seinem jüngeren Solo-Schaffen – so auch im Konzert – mit irischen und schottischen Folk-Elementen, mit Scheunenbodenfiedel und Dudelsack garniert.
Besonders die neueren Stücke an diesem Abend klangen mit ihrem Geigengeschluchze und der wie über ferne grüne Hügel her hallenden Flöte, als habe Knopfler sie direkt für die Deostick- oder Flaschenbierwerbung designt: friesisch herb! Unentwegt zitieren seine Songs historische Stile, vom amerikanischen Blues bis zum britischen Folk – aber sie haben keine Geschichte; es gibt kein Risiko, keinen Wagemut, keine Leidenschaft, kein Begehren. Seit den Achtzigerjahren pflegt Knopfler den immer noch gleichen Yuppie-Blues-Klang für den musikalisch desinteressierten HiFi-Fetischisten, eine Musik, mit der man auch einen FDP-Parteitag vertonen könnte.”
(Jens Balzer in der Berliner ZeitungTeil 1 und Teil 2)
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16.01.2012 von Christian Ihle

…so Eddie Argos von Art Brut auf seinem Twitter-Account. Wenn man sich den Del-Rey-Auftritt bei Saturday Night Live anschaut, muss man ihm Recht geben, weil tatsächlich Stimme und ungelenke Performance mehr an eine Parodie denken lassen:

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14.01.2012 von Christian Ihle
“Why the fuck would anyone want to buy a photo book a diplo traveling the world.. Hope mayans were right..let’s end it now.”
Geoff Barrow von Portishead auf seinem Twitter-Account über das als Buch erschienene Fotoalbum des ehemaligen M.I.A.-Produzenten und DJs Diplo:
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27.12.2011 von Christian Ihle
“Honig? Fuck you! Nicht fest, nicht flüssig, immer so wachsweich opportunistisch aus dem Glas schleimend – Honig ist echt das Allerletzte. Schon seine Herstellung ist widerlich: Bienen erbrechen ihn! Hmm, “herrlich”, Bienenkotze, warum nicht gleich Mäusescheiße aufs Brot schmieren, oder diese kleinen Haarbällchen, die Katzen immer herauswürgen, oder Pferdesperma? Sogar in ägyptischen Pyramiden hat man die gelbe Ekelcreme schon gefunden. Und zwar unverdorben, frisch wie am ersten Tag! Das heißt, wenn man versehentlich mal ein Glas Honig (diesen Dreck!) gekauft hat, kann man ihn nicht einmal schlecht werden lassen. Man kann ihn bei vierzig Grad wochenlang auf den Balkon stellen, da lacht der Honig nur, das macht ihm gar nichts! Und weil er nicht verfault und verschimmelt wie anständige Lebensmittel, können wir ihn nur loswerden, indem wir ihn essen. Was für ein übler Trick vom Honig! Diese Sau-Substanz, dieses Arschloch unter den Aufstrichen! Als Rache sollten wir wenigstens hin und wieder in einen Bienenstock reihern. Am besten gleich heute abend. Wir treffen uns um 23 Uhr hinter der Scheune vom Imker, bitte pünktlich sein!”
(aus der Titanic)
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22.12.2011 von Christian Ihle
“Im GQ-Interview erklärte der Rapper dann auch, dass er eine traditionelle Rollenverteilung zwischen Mann und Frau zu schätzen wisse und von einem Mann verlangt, dass er sich auch mal verwöhnen lassen können muss, während die Frau lediglich Spaß daran haben sollte, den Mann zu verwöhnen. Das klang zu Zeiten von Lutsch meinen Schwanz (2000) auch schon mal fresher und weniger nach Spießer mit Allmachtsfantasien, schließlich steht das pubertäre “LMS” heute nur noch für Last Man Standing und beschäftigt sich – wer hätte das gedacht -, dass Kool Savas der letzte, wahre King Of Rap ist. Ist er. Darf er bleiben. Interessiert nur leider keinen, der nicht in seinem Königreich lebt.”
(Marcus Staiger, der ehemalige Chef des Hip-Hop-Labels Royal Bunker, über das neue Kool Savas – Album in der SPEX)
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20.12.2011 von Christian Ihle
“Alexandra Maria Laras hölzernes Spiel ist von Hollywood so weit entfernt wie eine Stalllaterne vom Stern über Bethlehem. Schließlich die deutsche Superzutat: Der Film im Film, in den sich Alex Honk (Matthias Schweighöfer) einschleicht, ist – ein NAZIFILM!
Es reicht nicht, dass Schweighöfer sich als Frau verkleidet, er muss eine arische Domina sein, die in heißer Liebe zur jüdischen Heldin entbrennt. Dieser Quark wäre nur durch entschlossenes Voranschreiten in den totalen Blödsinn zu retten, aber dafür fehlt Buck offenbar der Mut; am Ende soll halt doch alles irgendwie gut ausgehen.
Was bleibt, sind schöne Auftritte von Adolf Hitler beim Reichsparteitag und am Kantinenwagen.
(…)
Wer hier aber wen mal schnell gerubbelt hat, damit es an Weihnachten ordentlich in der Kasse klingelt, will man besser gar nicht wissen.”
(Christof Siemes in der ZEIT über den Detlev-Buck-Film “Rubbeldiekatz”)
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