vonChristian Ihle 04.08.2008

Monarchie & Alltag

Neue Bands und wichtige Filme: „As long as the music’s loud enough, we won’t hear the world falling apart“.

Mehr über diesen Blog

100 Schmähkritiken: Das Inhaltsverzeichnis. Alle alles.

Nachdem wir ja in zwei Folgen auf die schönsten Schmähkritiken verwiesen haben (hier und hier), hier nun zum Stöbern das komplette Inhaltsverzeichnis aller 100 Schmähkritiken:

1. Musiker und Bands:

„…was umso stilvoller aussieht, wenn man bedenkt, dass die Kollegen von Mia. gerne mal den Eindruck erwecken, als befände sich das Erstsemester der Design-FH auf großer Überlandfahrt.“

Adam Green
Arcade Fire
Bauhaus
Beatles
Carla Bruni
Celine Dion
Coldplay (1)
Coldplay (2)
Hard-Fi
Herbert Grönemeyer
James Blunt (1)
James Blunt (2)
Kettcar
Lafee
M.I.A.
Mia.
Mika
Navel
No Angels
Paul McCartney (1)
Paul McCartney (2)
Radiohead
Razorlight
Roger Cicero
Seal
Sportfreunde Stiller
Sting
The Rakes
Thees Uhlmann
Travis
Virginia Jetzt!
White Stripes
Wir Sind Helden
Yoko Ono

2. Die Musikindustrie:

„Schon auf den ersten Metern werden mir zwei blanke Hintern entgegengestreckt, jemand schreit in Richtung seiner Kumpels: “Nutten-Andi! Wo sind die Nutten?” Aha, Nutten, womöglich auch noch Koks – hier sind wir richtig. Im Pressezelt irren der giraffenähnliche Max Buskohl, Tim Mälzer und Raabs Prügelknabe Elton herum – glamouröser wird es nicht.“

Hurricane Festival
MTV European Music Awards
Patrick Wagner (Louisville Records) über die Musikindustrie

3. Sport:

“Schon wieder kommt Hertha BSC so schlecht weg, allmählich kann man wirklich Mitleid bekommen. Wann gab es eigentlich die letzte gute Nachricht von der Hertha? Immer ist irgendwas, seltsame Mannschaft, riesige Schulden, fiese Fans, Umbruch klappt auch nicht, und jetzt auch noch das: Die Trikots der Hertha taugen nichts. Das ist vielleicht die schlechteste Nachricht von allen, denn man kann viel Schlimmes in Würde ertragen, wenn man dabei wenigstens gut aussieht.”

Arminia Bielefeld
Bayern München
Borussia Dortmund
Frank Lampard
Günther Netzer
Hertha BSC Berlin
Karl-Heinz Rummenigge
Lothar Matthäus
Mario Gomez
Oliver Bierhoff
Radsportweltverband UCI
Stefan Effenberg
Tim Wiese (Werder Bremen)
Torhüter
VFB Stuttgart

4. Filme:

„Da hätte ja mal ein deutsches Boogie Nights herauskommen können. Oder so was wie “Larry Flynt”. Oder irgendetwas, das ein Minimum an Ambition hätte erkennen lassen. Stattdessen ist “Pornorama” eine Klamotte, die an Verklemmtheit die Sexfilme der Sechziger noch übertrifft, aber auch als Hommage ohne Sinn und Verstand ist. Manchmal möchte man den Blick von der Leinwand wenden, weil die Schauspieler von ihrer Vorstellung selbst so peinlich berührt wirken.
Es stimmt wirklich nichts, kein Satz. Das Beste sind noch die Ausschnitte aus den Aufklärungsfilmen von damals, der Rest ist eine Bankrotterklärung des Film-Business – Made in Germany.”

Control & Joy Division
Das Herz ist kein dunkler Wald
Pornorama
Sex And The City
Southland Tales

5. Schauspieler:

“Tom Cruise erhielt Burdas Bambi für seine Courage. Courage? Courage! Begründung: “weil er bereit sei auch Risiken einzugehen.” Risiken? Risiken! Vielleicht das Risiko, dass sein nächster Film, in dem er Claus Schenk Graf von Stauffenberg spielt, weniger als 100 Millionen Euro einspielen könnte? FAZ-Herausgeber Frank Schirrmacher fand das mit der Courage übrigens toll und erhält deshalb den “Welken Lorbeer” für die albernste Laudatio, während die Auszeichnung für den durchgeknalltesten Preisträger an wen geht? Korrekt: Tom Cruise, der sich acht Minuten lang bedankte und zum Ende hin Stauffenberg zitierte: “Es lebe das heilige Deutschland.” Amen. Rehauge, sei wachsam!”

Katja Riemann, Jasmin Tabatabai, Nicolette Krebitz
Tom Cruise

6. Fernsehen:

“Keine Ahnung, wie das beim Fernsehen funktioniert und ob es da so Detailumfragen gibt unter ausgewählten Zuschauern, und eine Mehrheit von denen zum Beispiel sagt: “Also Leichen aufschneiden, das seh’ ich gern.” Und diese Information wird dann an alle Sendeanstalten weitergereicht, weshalb es heute keinen Krimi mehr ohne große Pathologen-Rolle gibt.
Dabei finden alle Fernsehzuschauer wahrscheinlich Pathologen nur deshalb so toll, weil sie die herrliche Pathologen-Serie “Der letzte Zeuge” mit Ulrich Mühe, Gesine Cukrowski und Jörg Gudzuhn im ZDF so mögen. Und statt daraus zu folgern: mehr so gute Drehbücher, mehr so gute Schauspieler, folgern die einfach: Mehr Pathologen. Auch eine Lösung.”

Das Fernsehen
Das Wunder von Berlin (TV-Film)
Gülcan
Günther Netzer
Ich weiss, wer gut für dich ist (ARD Show)
Johannes B. Kerner (1)
Johannes B. Kerner (2)
Mario Barth (1)
Mario Barth (2)
Mario Barth (3)
Oliver Pocher
Oliver Pocher & Elton
Oliver Pocher & Manuel Andrack
Polylux
Sabine Christiansen
Schmidt & Pocher
Urs Meier

„O Programmverantwortliche, beim Apoll und der Pallas Athene, Ihr seid die Wahnsinnigen unserer Zeit!“

7. Politik:

“Sometimes it seems the only way to make sense of the Bush administration is to imagine that it’s a vast experiment concocted by mad political scientists who want to see what happens if a nation systematically ignores everything we’ve learned over the past few centuries about how to make a modern government work.”

Bernd Neumann, Staatsminister
George W. Bush
Kurt Beck & Andrea Ypsilanti
Kurt Beck & Gerhard Schröder

8. Medien:

„Für Poschardt seit seiner Zeit als Redakteur beim SZ-Magazins nichts ungewöhnliches: Jahrelang wurden von Tom Kummer gestellte Prominenten-Interviews veröffentlicht, die ihm schließlich den Job bei der Süddeutschen, aber nicht seinen Platz in der Aufmerksamkeitsökonomie kosteten. Im Gegenteil: Gar nicht selten ist der Doppelgänger von Markus Söder in den hiesigen Talkshows zu bewundern, wo er dem Publikum seine neoliberale Hausmannskost mit der Überzeugungskraft eines presbytanischen Würstelbudenbesitzers serviert.“

Alice Schwarzer
Bastian Sick
Dirk Peitz
Intro Magazin (1)
Intro Magazin (2)
Intro Magazin (3)
Oliver Gehrs
Rainald Goetz
Spiegel Online Berichterstattung über Paris Hilton
Ulf Poschardt (1)
Ulf Poschardt (2)
Vanity Fair

9. Literatur:

„Insgesamt eine Art Literaturgegenstück zu Guildo Horn. Der war so schlecht, dass es schon wieder gut war. Schlink schreibt so gut, dass es schon wieder schlecht ist.“

Benjamin von Stuckrad-Barre
Bernhard Schlinks Der Vorleser
Christian Kracht
Martin Walser

10. Sonstiges:

„Skateboarder sind schlecht angezogen, meist unfrisiert und hören langweilige Musik; sie halten auch im Jahr 2008 ein paar schnell heruntergebratzte E-Gitarren-Akkorde mit ein wenig Testosteron-Gebrüll für einen wahnsinnig unangepassten Sound. Ihre Lieblingsbands heißen Linkin Park und The Offspring. Nur Snowboarder und Volleyballer sind geschmacklich noch regredierter.“

Düsseldorf
Handyworterkennungssoftware
Norbert Blüm & Peter Sodann
Skateboarder

Anzeige

Wenn dir der Artikel gefallen hat, dann teile ihn über Facebook oder Twitter. Falls du was zu sagen hast, freuen wir uns über Kommentare

https://blogs.taz.de/popblog/2008/08/04/100_jahre_schmaehkritik_teil_3_alle_schmaehkritiken/

aktuell auf taz.de

kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.